Before Roswell: Ein Interview mit den Zeugen eines UFO-Absturzes 1945 in New Mexico

source:wikimedia/commonsWenn es um vertuschte UFO-Bruchlandungen und die heimliche Bergung außerirdischer Piloten geht, denken die meisten sofort an Roswell 1947. Weitaus weniger bekannt ist, dass sich bereits zwei Jahre zuvor ein nicht minder spektakulärerer Fall in San Antonio, New Mexico ereignet haben soll. Die italo-amerikanische Enthüllungsjournalistin Paola Harris ist diesem Vorfall auf den Grund gegangen, hat Zeugen befragt und Fundstücke fotografiert.

Lesen sie im weiteren Verlauf die unkommentierte Übersetzung der Interviews mit den Augenzeugen José Padilla und Reme Baca.

Das Interview führte Paola Harris am 5. Juli 2010 mit dem mutmaßlichen Augenzeugen Remigio Baca, der zum Zeitpunkt des Ereignisses sieben Jahre alt war:

P.H.: Nachdem Du den Absturz gesehen hast, brachtest Du andere Leute zu der Absturzstelle. Wen hast Du da hinzugezogen?

R.B.: Naja, das war nicht ich.

P.H.: Wer dann?

R.B.: Unmittelbar nach dem Absturz sind wir nach Hause gegangen, zurück zur Ranch.

P.H.: Kannst Du mir das ungefähre Datum sagen? Wir wissen ja, dass es 1945 war.

R.B.: 1945, im August.

P.H.: Also im Monat August…

R.B.: Es war wohl um den 15.…

P.H.: Um den 15. – am 15. August wird übrigens das Fest der Madonna begangen, das wichtigste Ereignis in Italien. Aber das tut nichts zur Sache… es ist eben ein besonderes Datum. Okay, es war also um den 15. herum. Also wessen Vater war es, der Dich dorthin schickte, und wie alt warst Du da?

R.B.: Ich war damals sieben und José neun. Josés Vater Faustino beauftragte uns ein paar Tage zuvor eine Kuh zu suchen, die gerade kurz davor war zu Kalben.

P.H.: Und Ihr wart auf zwei Pferden unterwegs.

R.B.: Ja, wir ritten auf zwei Pferden.

P.H.: Es war also tagsüber?

R.B.: Ja. Faustino sagte, wenn wir die Möglichkeit hätten sollten wir nach der Kuh sehen, da sie kurz vor dem Kalben war und wir sollten sichergehen, dass wir es bekommen, bevor uns jemand anderes zuvorkommt und sein Brandzeichen anbringt. Also sollten wir das möglichst tun. Wir sind regelmäßig auf die Pferde gestiegen um die Zäune zu prüfen. ‘Riding fences‘ nannten wir es. Wir überprüften die Zäune, um sicherzugehen, dass sie nicht beschädigt seien. Wenn etwas war, haben wir sie repariert, dazu hatten wir eine kleine Werkzeugtasche dabei, wenn ein Zaunpfahl umgefallen ist, haben wir ihn wieder aufgerichtet und kehrten später zurück, um ihn zu ersetzen.

Wir sind also die Zäune abgeritten, und als wir damit fertig waren, sind wir auf den Hügel gegangen um dort Inventur zu machen. José zählte mit dem Fernglas den Bestand, und ich schrieb die Zahlen auf. Kühe zählen. 25 Kühe hören sich vielleicht nicht nach viel an, aber Faustino hat einige ‘White Face‘-Kälber aus Spanien gekauft und war dabei, hier eine White-Face-Herde zu gründen. Es hatte den Anschein, dass sie sich gut in dieser Gegend hielten.

P.H.: Ihr solltet also Kühe zählen? Doch, ich glaube Dir das schon…

R.B.: Das war eben unsere Aufgabe. Und natürlich im Winter, wenn es schneite, mussten wir die Eisdecke im Wassertrog aufschlagen, damit die Tiere trinken konnten, und wir transportierten Heuballen und Luzernen zu der Windmühle, damit die Tiere fressen konnten.

P.H.: Es war also tagsüber, als Ihr losgezogen seid?

R.B.: Ja, das war am Tage. José kam mit dem Pferd zu mir, wir sattelten meines und ritten los. Meine Mutter wusste, dass wir auf der Padilla Ranch arbeiteten.

P.H.: Er war neun und Du sieben Jahre alt.

R.B.: Ja, wir machten uns auf die Suche nach dieser Kuh. Es war nicht ungewöhnlich, dass es im Spätsommer Gewitter und Blitze gab, und so mussten wir, als wir dort ankamen, erst einmal Zuflucht unter einem Felsvorsprung nehmen. Danach machten wir weiter. Wir stiegen ab, weil das Gelände steil und felsig war, und das den Pferden nicht gut tut – da verletzen sie sich ihre Hufe. Wir ersetzten die Zügel mit Seilen, mit denen wir sie festbanden. So konnten sie grasen, und wir gingen zu Fuß weiter. Wir kamen an eine Stelle, wo es Mesquite-Baumgruppen, Kreosot (oder ‘Greasewood‘, wie sie es damals nannten), Kiefern, Salbei und Kakteen gab. Als wir auf eine Gruppe Mesquites zugingen, hörten wir ein Stöhnen und entdeckten, dass es von der Kuh die wir gesucht hatten kam. Sie hatte nun gekalbt. Das war der Anfang einer neuen Herdengründung, der Whiteface-Herde. Eine rote Kuh mit weißem Gesicht und weißen Hufen. Faustino hatte eine Kuh und einen Stier aus Spanien gekauft, und das war die erste Nachzucht. Whiteface war eine der Rinderrassen, die in den Vereinigten Staaten zu der Zeit gerne für Fleisch verwendet wurde. Wir hatten also gefunden was wir suchten, und gingen hinunter zu einer Stelle, wo es einen kleinen Felsenvorsprung gab. José hatte ein Mittagessen eingepackt, ein paar Tortillas und ich glaube auch ein paar Äpfel. Wir setzten uns hin und aßen, als der Sturm und der Regen kam. Wir stellten uns unter, damit wir nicht nass wurden. Es tröpfelte ein bisschen. Dann machten wir uns fertig um nachzuschauen, ob die Kuh nun fraß, und um noch einmal nach dem Kälbchen zu sehen. Während wir das taten, hörten wir einen lauten Knall.

P.H.: Ihr hörtet den eigentlichen Absturz.

R.B.: Wir wussten da ja noch nicht, dass es ein Absturz war. Es hörte sich an wie eine Bombenexplosion.

P.H.: Das gleiche Geräusch wie wenn eine Bombe losgeht?

R.B.: Ähnlich einer Bombenexplosion, und das Geräusch war uns noch in guter Erinnerung. Eine Bombe detonierte, als José und seine Mutter morgens früh aufgestanden waren, der Vater war gerade zur Arbeit gegangen. Josés Mutter sah den Blitz durch einen Riss in der Tür, und in der Folge der Explosion erblindete sie auf einem Auge. José zufolge fühlten sie die Hitzewelle und spürten das Grollen der Erde.

P.H.: Es war also ein bekanntes Geräusch.

R.B.: Sehr vertraut. Sie waren näher an der Bombenexplosion als ich, mein Bett wurde gegen die Wand geschleudert und ich fiel heraus, da kam meine Mutter hoch und versuchte mir zu erklären, dass es wahrscheinlich bloß ein Sturm war.

P.H.: Aber nun zurück zur eigentlichen Geschichte. Ihr hörtet also diesen Knall…

R.B.: Wir hörten dieses Geräusch und der Boden bebte, und dadurch kamen die Erinnerungen an die Atombombenexplosion zurück. Sollten sie die etwa schon wieder testen, oder was? Also schauten wir uns um und sahen Rauch von einigen Schluchten unter uns aufsteigen. José sagte: “Lass uns runtergehen und schauen was los ist!” Wir gingen also los und sahen etwas Rauch aus der Richtung. Als wir den Kamm erreichten wurde der Rauch dichter. Dann arbeiteten wir uns den Bergrücken hinunter damit wir genauer sehen konnten. Das, was wir sahen, schien eine Furche im Boden zu sein. Es sah aus, als wäre eine Planierraupe da gewesen. Wir wussten zwar nicht, ob es jemanden gibt, der einen 30 Meter breiten Straßenplanierer besitzt, aber es sah so aus, als ob eine 30 Meter breite Schar den Boden etwa 30 Zentimeter tief durchfurcht hatte. Wir begannen also diesen eingeebneten Weg herunterzugehen, es war ziemlich hart unter den Füßen und es war warm. Die Fußsohlen fühlten sich heiß an.

P.H.: Und kannst Du Dich ungefähr erinnern wie spät es war?

R.B.: Ich hatte keine Uhr, aber ich schätze, es war 16 oder 17 Uhr nachmittags, vielleicht auch später.

P.H.: Ich frage weil Du es genau erkennen konntest – es war also noch nicht dunkel?

R.B.: Nein, dunkel war es nicht. Aber als wir den eingeebneten Weg entlang schauten war da sehr viel Rauch. Deswegen zogen wir uns zurück damit wir wieder etwas Luft schnappen konnten und sammelten unsere Gedanken. Wir nahmen einen Schluck von einer Feldflasche und versuchten zu begreifen, was es damit alles auf sich hatte. Ich fragte José: “Ist das ein Flugzeug, das hier abgestürzt ist?” Ich kenne Flugzeuge nur in der Luft, denn wir leben in einem kleinen Ort, in dem man nicht viele Flugzeuge sieht. José sagte: “Keine Ahnung, aber vielleicht ist jemand verletzt und wir müssen ihm helfen!” – Ich sagte “okay”, und so versuchten wir, ein Stück näher zu kommen. Wir konnten da etwas am Rande der eingeebneten Schneise sehen.

P.H.: Eine Spur, die der Erdhobel hinterließ?

R.B.: Eine Spur, die das Schiff hinterließ. Sie verlief nicht einfach gerade, sondern machte an einer Stelle eine Biegung nach rechts, wie bei einem ‘L‘. Wir konnten zwar etwas erahnen, aber weißt Du, da war soviel Staub in der Luft und es war feucht vom Regen und von dem brennenden Öl kam uns der Rauch in die Augen, es war also schwer etwas zu erkennen um daraus Rückschlüsse ziehen zu können. Wir gingen also wieder hoch, ruhten uns ein wenig aus und José packte sein Fernglas aus und versuchte zu sehen, was es war. Er sagte: “Weißt Du, da ist irgendetwas! Wir müssen schauen, dass wir etwas näher herankommen!” Also versuchten wir wieder etwas näher heranzukommen, und endlich klarte es ein bisschen auf. Die Zeit schien ziemlich schnell zu vergehen. Wir schauten noch einmal durch das Fernglas und erkannten eine Öffnung auf der Seite des Objekts. Das Objekt hatte die Form einer Avocado.

P.H.: Es war also ein rundliches Objekt ähnlich einer Avocado und Ihr konntet eine Öffnung erkennen. Was würdest Du sagen, wie weit wart Ihr von diesem Objekt entfernt?

R.B.: Ich schätze etwas über 30 Meter.

P.H.: Oh, Ihr seid also so nah herangekommen?

R.B.: Ja, etwa 30 Meter.

P.H.: Und dann saht Ihr aus dieser Distanz durch die Öffnung den Innenraum?

R.B.: Nein, nicht den Innenraum. José sagt: “Schau Dir das an!”, also sah ich durchs Fernglas und erkannte kleine Kreaturen, die sich vor- und zurückbewegten.

P.H.: Bewegten sie sich schnell?

R.B.: Es war als ob sie glitten.

P.H.: Sie rutschten?

R.B.: Nicht wirklich rutschen, es war eher als ob sie sich von einem Platz zum anderen projizierten, diese Art von Gleiten war es.

Und als ich das sah, geschah etwas in meinem Kopf…

P.H.: Oh, wirklich?

R.B.: Ich sah sie und fühlte dabei seltsame Dinge, als ob ich tiefes Mitleid für sie empfand.

P.H.: Hmm…

R.B.: Ich hatte wirklich Mitleid, als wären es Kinder wie wir.

P.H.: Du warst also besorgt um sie. Und Du glaubst Du fühltest etwas wegen des Unfalls?

R.B.: Ja, davon bin ich überzeugt. Ich hörte einen hohen Ton der von dort kam. Wir wussten nicht, was wir davon halten sollten. Den einzigen schrillen Ton den wir damals kannten, war der von Hasen wenn sie große Schmerzen hatten, und natürlich das Geräusch von neugeborenen Kindern, wenn sie weinen.

P.H.: Das finde ich interessant. Ihr habt also dasselbe Geräusch gehört?

R.B.: Es war jedenfalls sehr berührend für uns. Und dann hatten wir diese Bilder im Kopf.

P.H.: Ihr hattet Bilder im Kopf?

R.B.: Ja, aber ich wusste beim besten Willen nicht was das war.

P.H.: Mit anderen Worten: Du glaubst Ihr hattet einen telepathischen Austausch mit diesen Wesen?

R.B.: Ja, wenn es das ist was es war.

P.H.: Du kannst Dich nicht erinnern was es war, aber Du weißt noch, dass Du Bilder empfangen hast.

R.B.: Ich kann mich an die Bilder erinnern, aber ich wusste damals nicht, was sie bedeuten. Und ich weiß es heute noch nicht.

P.H.: Wussten sie also, dass Ihr da wart?

R.B.: Sie müssen es gewusst haben.

P.H.: Konnten sie Euch sehen, wenn sie raus sahen?

R.B.: Das weiß ich nicht.

P.H.: Ich meine: da war diese Öffnung – wenn sie hoch schauten, konnten sie dann die beiden kleinen Jungen sehen?

R.B.: Ja, ich bin mir sicher dass sie uns gesehen hätten – wenn sie sehen können.

P.H.: Und das war nun etwa 60 Meter entfernt?

R.B.: Ja, etwa 60 Meter von uns. Aber da war Rauch und Staub, es war nicht sehr klar.

P.H.: Als diese Wesen also zu Euch herausschauten, und Ihr sie nicht nur sehen konntet, sondern sie Euch auch diese Bilder übertrugen – was habt Ihr zwei gemacht? Seid Ihr weggerannt?

R.B.: Wir schauten es uns an, aber nun wurde es allmählich dunkel und wir hatten noch eine ganzen Weg bis zu den Pferden und zurück zur Ranch. Doch José wollte da reingehen, ich nicht.

P.H.: Er wollte in das Schiff gehen? José wollte da rein?

R.B.: Und ich fragte José: “Was ist das?” Er antwortete: “Ich weiß es nicht!” – “Okay, wenn Du nicht weißt, was zum Teufel das ist, gehe ich da nicht rein. Auf keinen Fall. Ich möchte nach Hause, ich will da nicht rein! Du wirst es dann alleine tun müssen, ich gehe nach Hause und wir sehen uns auf der Ranch!” – Und er sagte: “Na gut, aber lass uns hier noch eine Weile beobachten. Vielleicht hast Du recht, ich weiß ja nicht was das ist. Sie sehen irgendwie wie Kinder aus, wie sehr seltsame Kinder.”

P.H.: Ihr habt Euch also richtig darüber unterhalten?

R.B.: Oh ja! Und er sagte: “Lass uns nur noch ein bisschen schauen, und dann müssen wir uns auf den Weg nach Hause machen. Deine Mutter ist bestimmt schon besorgt. Es wird spät, und ich bin mir sicher, dass auch Vater sich Sorgen macht…”

P.H.: Darf ich fragen, ob Du und José in den Jahren noch einmal über Eure Erlebnisse gesprochen habt?

R.B.: José und ich verließen San Antonio im Jahr 1955. In jener Zeit in der wir zusammen dort waren – ja, da sprachen wir darüber. Von 1955 bis 2002 hatten wir keinen Kontakt mehr, seit 2002 haben wir unsere Aufzeichnungen verglichen.

P.H.: Ihr habt also Eure Aufzeichnungen verglichen? Und erinnert er sich noch an die Dinge?

R.B.: Besser als ich.

P.H.: Besser als Du… gut, okay.

R.B.: Er hat ein fotografisches Gedächtnis.

P.H.: Alles klar…

R.B.: Er ist schon mit vier Jahren in die Schule gekommen.

P.H.: Okay, das ist wunderbar. Nun haben wir aber schon einmal einen Zeugenbericht. Wenn ich Dich also nach dem Durchmesser von diesem Ding fragte, wie groß würdest Du es schätzen? Hast Du versucht es mit etwas zu vergleichen…?

R.B.: Wir wissen das, denn wir sind es abgeschritten. Ich erinnere mich, als wir unseren kleinen Schatz einsteckten und das Objekt auf den Tieflader geladen wurde…

P.H.: Ja?

R.B.: Da sind wir es einmal abgeschritten.

P.H.: Ihr seid es also abgeschritten. Von welcher Größenordnung sprechen wir denn?

R.B.: Etwa sieben bis neun Meter lang und etwa vier Meter hoch.

P.H.: Woher wisst Ihr das so genau?

R.B.: Woher ich das weiß? Weil die Sparren des Hauses vier Meter hoch sind.

P.H.: Also habt Ihr soviel Informationen? Gut! Also an welchem Punkt seid Ihr Zwei dann umgekehrt und weggegangen? Ich meine, Ihr wolltet klären was zu tun ist, und was dann? Habt Ihr Euch einfach umgedreht?

R.B.: Nun, wir einigten uns schließlich darauf, dass wir langsam nach Hause sollten, denn es wurde spät.

P.H.: Okay.

R.B.: Also gingen wir los, wir gingen runter zu unseren Pferden und ritten los. Es wurde dunkel und als wir bei der Ranch ankamen war es inzwischen stockdunkel. Josés Vater wartete auf uns, er war sehr besorgt. Also gingen wir zu ihrem Haus und José erzählte ihm von dem Kalb, und dann erzählten wir von dem Vorfall.

P.H.: Ja.

R.B.: Und ich erzählte ihm was ich sah, und sein Vater sagte: “Das erste was wir jetzt tun ist Dich nach Hause zu bringen. Am nächsten Tag schauen wir es uns dann an. Wahrscheinlich gehört es der Regierung, dass wird es wohl sein. Möglicherweise müssen wir davon fernbleiben…! – Und so fuhren sie mich nach Hause, ich ließ mein Pferd zurück und sie kümmerten sich darum. Sie brachten mich nach Hause und Faustino hatte ein längeres Gespräch mit meiner Mutter über das Objekt, das wir auf der Padilla Ranch entdeckt hatten. Faustino betonte, dass es womöglich seinen Job kosten könnte, nachdem mein Vater für die Regierung arbeite.

P.H.: Oh, okay.

R.B.: Mein Vater arbeitete bei dem Veteranen-Krankenhaus in Albuquerque, und Josés Vater arbeite für das gerade entstehende bundeseigene Wildgehege ‘El Bosque Del Apache‘ bei San Antonio.

P.H.: Wo waren sie denn vorher beschäftigt?

R.B.: WPA (Work Projects Administration) und C.C.Camps (Civilian Conservation Corps). Conrad Hilton, dem mehrere Unternehmen in San Antonio gehören, und Herr Alliare, dem Geschäft dort gehört, haben auch unsere Väter beschäftigt.

P.H.: War das davor?

R.B.: Ja, davor.

P.H.: In ihren jungen Jahren?

R.B.: Und das war im Grunde, was diese Nacht geschah. Am nächsten Tag holte José mich zu Hause ab und wir gingen zu ihm nach Hause, wo wir Eddie Apodaca trafen, einen Polizisten und Freund der Familie. Faustino bat ihn, mit uns zu der Absturzstelle zu fahren. Die anderen fuhren im Polizeiwagen und wir im Pickup-Truck. Wir fuhren mit den Fahrzeugen soweit es ging und liefen das letzte Stück zu der Absturzstelle. Als wir in der Nähe der Absturzstelle waren und den Hügel hinunterblickten konnten wir das Objekt nicht sehen.

P.H.: Was meinst Du mit “in der Nähe der Absturzstelle”?

R.B.: Wir reden hier ja nicht vom Flachland. Hier geht es um Hügel, Schluchten und Bäche. Auf der Spitze eines Hügel stehend, von wo aus herabblickend wir das Objekt gesehen hatten, war es für uns nicht mehr sichtbar. Ich habe keine Erklärung warum das so war, wir konnten es einfach nicht sehen, es schien verschwunden zu sein. José sagte: “Nun, ich habe keine Ahnung was hier passiert.” – Eddy und Faustino fragten: “Was wollt Ihr hier gesehen haben?”, und ich antwortete: “Es ist da unten, aber wir können es nicht sehen.” Faustino schlug vor herunterzusteigen und genauer hinzusehen. Als wir heruntergingen sahen wir es dann auch. Das Objekt war mit vielen Trümmern bedeckt, und ich fragte Faustino, wie es kommt, dass wir es von oben nicht sehen konnten. Er antwortete, er wisse es nicht.

P.H.: Du sagtest es sei fast unsichtbar gewesen.

R.B.: Ich konnte es fast nicht sehen. Aber als wir da waren, sagten sie: “Okay, Ihr Jungs bleibt da, wir gehen da jetzt rein.”

P.H.: Sie gingen also rein, Reme. Und was fanden sie dort vor?

R.B.: Was immer sie dort gefunden haben, sie haben es uns nicht gesagt. Ich weiß aber, dass sich danach ihre Einstellung völlig verändert hatte. Als wir den Hügel hinab stiegen und zu dem abgestürzten Objekt kamen, zweifelten sie ja sehr an uns.

P.H.: Ja, ich weiß…

R.B.: Sie stiegen dort also ein und wir standen da herum, setzten uns hin und schauten ihnen zu. Sie kamen etwa nach fünf bis zehn Minuten wieder heraus und waren völlig verändert. Sie waren fast wie völlig andere Menschen. Sie haben etwas gesehen, das sie noch nie zuvor gesehen haben. Sie kamen heraus und sagten: “Okay, das ist die Lage. Ich möchte, dass Ihr Jungs jetzt zuhört. Das ist jetzt sehr kompliziert. Ihr seid jetzt unter Eid: Ihr dürft niemandem davon erzählen, nicht dem Bruder, nicht dem Cousin, nicht Mutter noch Vater – das ist unsere Aufgabe. Wir kümmern uns darum. Der Grund dafür ist, dass Ihr Ärger bekommen könnt. Wir wollen diesen Ärger von Euch fernhalten.” – Also stimmten wir dem zu, sie haben uns einen großen Vortrag gehalten, wir nahmen es daher sehr ernst.

P.H.: Aber sie sagten Euch nie, was sie darin gesehen hatten?

R.B.: Nein.

P.H.: Sie haben es nie beschrieben?

R.B.: Nein. Sie haben nie gesagt, was sie gesehen haben.

P.H.: Haben sie nicht? Aber offensichtlich haben sie keine dieser Kreaturen gesehen, denn die waren nicht da.

R.B.: Sie waren nicht besorgt. Wir fragten sie natürlich, was mit diesen Wesen sei, wo sie geblieben sind, weil wir sie nicht durch das große Loch sehen konnten. “Da sind keine Wesen”, sagten sie. “Nun, vielleicht sind sie verschwunden, vielleicht hat sie jemand mitgenommen. Vielleicht…”

P.H.: Gab es irgendwelche Hinweise, dass die Armee dort gewesen ist? Irgendetwas in der Richtung?

R.B.: Hinweise? Wir sahen etwas wie eine Kehr- oder Harkenspur, aber es könnten auch Tiere, Insekten oder Schlangen gewesen sein, die diese Spur hinterlassen haben.

P.H.: Natürlich, denn wenn das Militär die Wesen geborgen hätte, dann müssten sie auch in irgendeiner Weise Spuren hinterlassen haben, dass sie dort gewesen waren. Mit anderen Worten: Sie haben mindestens 24 Stunden gewartet bevor sie das Schiff mitgenommen haben.

R.B.: Vielleicht haben sie Spuren hinterlassen, aber wir haben sie nicht bemerkt. Nun, bevor sie das Schiff geborgen haben?

P.H.: Das Raumschiff…

R.B.: Nein, es hat Tage gedauert bis das Schiff geborgen wurde.

P.H.: Wie viele Tage?

R.B.: Oh, bestimmt einige Tage. Erst mussten sie einige Straßenbaugeräte herschaffen, einen Zaun errichten, dann brachten sie einen Sattelzug mit einem Tieflader vor Ort, bauten einen Rahmen auf den Anhänger, und schließlich musste auch noch ein Kran herbeigeschafft werden, um das Schiff auf den Anhänger zu laden.

P.H.: Dauerte das zwei bis drei Tage oder länger? Bis Du nur dieses eine Mal wieder zurück zu der Stelle gegangen? Nein, Du bist schon noch einmal zurückgekehrt um Dir alles noch einmal anzusehen, nicht wahr?

R.B.: Wir sind noch einige Male dorthin zurückgekommen. Manchmal ging José mit mir zusammen dorthin, manchmal allein. Du weißt doch, wir waren Kinder, wir arbeiteten ja dort. Wir haben von meinem Vater ein kleines Taschengeld für unsere Arbeit bekommen, denn es war niemand da, der die Aufgaben erledigen würde, wenn wir es nicht machten.

P.H.: Habt Ihr beide auch darüber gesprochen selbst hineinzugehen? Ist das der Grund, warum Ihr Jungs dorthin zurückgekehrt seid?

R.B.: Ja, und wir gingen gleich am zweiten Tag dorthin. Wir waren neugierig.

P.H.: Okay, Ihr hattet also vor da rein zu gehen.

R.B.: Dann sind wir da rein gegangen und schauten, neugierig was wir dort vorfinden würden. Wir sind an einem Werktag dorthin, bevor Faustino und Apodaca mit uns gegangen sind. Es war am Nachmittag und wir hatten unsere Arbeit schon erledigt.

P.H.: Also bevor Ihr mit Faustino und Apodaca dort wart?

R.B.: Genau.

P.H.: Ihr seid also auf eigene Faust am nächsten Tag zurückgekommen.

R.B.: Nicht allein, wir arbeiteten in dem Gebiet. Wir haben auch wieder die Zäune geprüft. Da waren Zäune zu reparieren und einige Zaunpfähle zu ersetzen. Da waren auch Rinder mit Kälbern in der Gegend.

P.H.: Und was passierte?

R.B.: Als wir schließlich am späten Nachmittag auf unseren Pferden dorthin ritten, kamen wir von einer anderen Seite und schauten von der entgegengesetzten Seite auf die Furche. Dort sahen wir Militärpersonal, das Material einsammelte.

P.H.: Okay, das ist das, was ich eben gefragt hatte: Woher wusstet Ihr, dass das Militär da war? Du sagtest ja, dass die Wesen nicht mehr da waren?

R.B.: Das Militär war nicht die ganze Zeit da.

P.H.: Aber die Wesen waren verschwunden, und ich fragte mich, ob das Militär da war um sie zu bergen?

R.B.: Wir haben nicht gesehen, dass das Militär die Wesen mitnahm. Wenn es so war, dann muss es schon passiert sein bevor wir dort ankamen. Wir kamen aber nicht dazu, das Schiff zu durchsuchen, alles was wir tun konnten, war einige Trümmerteile aufzulesen und sie in eine Felsspalte zu werfen, die wir dann mit Erde und Steinen tarnten. Als die beiden Jeeps wegfuhren wurde es schon wieder dunkel und wir mussten nach Hause.

P.H.: Und das ist die Ausgrabung, die Ihr schließlich eines Tages machen wollt.

R.B.: Ja.

P.H.: Wie fühlte sich das Material an, das Ihr in den Graben geworfen habt? War es wie Blei oder weich, oder wie Aluminium oder wie war es? Hast Du ein Stück davon? War es wie Stein?

R.B.: Es war wie dieses Teil, das ich hier in der Hand halte.

P.H.: Es war wie das?

R.B.: Es war hart. Am ersten Tag hatte ich ein Stück das aluminiumfolienartig war bekommen und zeigte es José. Es erinnerte mich an die Aluminiumfolie der Philip-Morris-Zigaretten, die meine Mutter rauchte. Das nahm ich an mich und steckte es in meine Tasche.

P.H.: Und was passierte damit?

R.B.: Ich verwendete es um den Windmühlen-Zylinder zu reparieren.

P.H.: Und am zweiten Tag habt Ihr hauptsächlich darauf gewartet, dass das Militär verschwindet. Und Ihr habt mehr Teile gefunden, die Ihr zum Graben brachtet, aber Ihr habt dann keine Wesen gesehen.

R.B.: Wir waren zu weit von der Spalte entfernt und es wurde dunkel. Das Militär war dort, wir haben sie zwar gesehen, aber ich glaube nicht, dass sie auch uns sahen.

P.H.: Das Teil habt Ihr also zurückgelassen, und am nächsten Tag gingen Josés Vater und Apodaca dorthin.

R.B.: Richtig.

P.H.: Und dann habt Ihr sie zu der Stelle gebracht. Und dann habt Ihr das Schiff noch einmal gesehen?

R.B.: Ja, es war noch da.

P.H.: Und dann seid Ihr noch einmal an einem vierten Tag allein dorthin gegangen?

R.B.: Nein, nein… Danach, vermutlich am dritten oder vierten Tag, kam José zu mir nach Hause und wir ernteten einige Chili, Paprika und Tomaten, denn wir hatten einen Gemüsegarten und sie nicht. Dann füllten wir einige Taschen mit dem Gemüse und brachten es zu ihm nach Hause. Wir benutzten den Hintereingang. Als wir hereinkamen war da ein Militärfahrzeug auf der Vorderseite, und ein Soldat sprach mit seinem Vater an der Terrassentür. Also mussten wir auf die Rückseite und durch die Küche gehen um uns ihnen anzuschließen. Faustino rief uns: “Kommt her, Jungs!”, also nahmen wir an dem Gespräch mit Sgt. Avila teil, den er nun hereingebeten hatte. Sgt. Avila sagte: “Ich bin im Auftrag der US Army hier und möchte mir die Genehmigung einholen, Ihren Zaun aufzuschneiden um dort ein Tor zu errichten, weil einer unserer experimentellen Wetterballon-Versuche versehentlich auf Ihrem Grund niedergegangen ist”.

P.H.: Er nannte es einen Wetterballon? Mit diesen Worten?

R.B.: Einen “experimentellen Wetterballon” und dass sie ihn zurückbekommen müssten, also sollten wir das erlauben. Aber sein Vater fragte: “Warum könnt Ihr nicht durch die Viehsperre gehen wie jeder andere auch, anstatt gleich meinen Zaun zu zerschneiden?”, und er erwiderte: “Weil unsere Ausrüstung, die wir mitbringen, größer ist als Ihr Viehgitter und wir es nicht da durchbekommen.” Er sagte: “In der Zwischenzeit haben Sie ein Tor, das abgeschlossen werden kann, und wir brauchen den Schlüssel damit wir den Zaun zerschneiden können um ein richtiges Tor zu errichten.” Er sagt: “Wir werden Ihnen ein richtig gutes Tor dorthin bauen. Und dann müssen wir Straßenbauausrüstung dorthin bringen, Planierer und so weiter, und zusehen, dass wir eine Straße für den Lastwagen dorthin verlegen können, um den Wetterballon dort wegzuschaffen.” Und schließlich sagte Josés Vater “Okay”, und dann sprachen sie überwiegend spanisch mit einander. Er sagte: “Okay, nur zu und macht das!” Und der Sergeant sagte: “Achten Sie bitte ein bisschen auf den Platz und stellen Sie sicher, dass niemand dorthin geht, denn wissen Sie, es ist wirklich wichtig und niemand soll etwas davon erfahren. Wir wollen weder Ihnen noch anderen Ärger bereiten, also versuchen Sie ein bisschen darauf zu achten, dass niemand, den es nichts angeht, dorthin geht.” Faustino sagte “Okay”, und Sgt. Avila ging wieder. Dann begann offiziell die Vorbereitung zu dem Abtransport des Objekts. Die Bergung war nicht so, wie man es in UFO-Büchern liest, mit Männern in violetten Uniformen, die sich von Hubschraubern abseilen und alles sterilisieren. Nichts dergleichen.

P.H.: Sie trugen also keine Schutzkleidung?

R.B.: Sie trugen Arbeitsanzüge. Und sie stellten ein Zelt auf, in dem ein Radio ständig Westernmusik spielte.

P.H.: Ihr habt sie also beobachtet?

R.B.: Wir haben immer zugeschaut wenn wir konnten, manchmal in der Frühe, manchmal am Abend. Es war ja unsere Aufgabe die Zäune zu kontrollieren und die Herde im Auge zu behalten, inklusive der Pferde. Wir konnten immer die Musik hören. Da war einer im Zelt und drei andere arbeiteten und sammelten die Trümmer ein. Diese wurden zu diesem Anhänger gebracht. Sie hatten ein Schweißgerät, ein Acetylen-Schweißgerät, und sie bauten ein Gerüst mit dem sie das Schiff auf den Hänger brachten, denn es musste seitlich hochgebracht werden. Dann kamen wir drauf, dass sie es im 45°-Winkel aufsatteln mussten um durch die Straßenüberführung zu passen.

P.H.: Sie haben es festgezurrt und eine Plane drüber gespannt?

R.B.: Ja, sie haben eine Plane drübergespannt…

P.H.: …und es festgebunden.

R.B.: Die Soldaten waren noch sehr jung, sie gingen oft zur ‘Owl-Bar und Café‘.

P.H.: Was war die Owl-Bar?

R.B.: Owl-Bar und Café. Die Owl-Bar und Café wurde von Estanislado Miera geleitet. Am Parkplatz hatten sie einen Basketball-Korb, da spielten wir oft. Sie hatten etwas, das sie ‘Fountain‘ nannten, dort wurden Eiscreme, Milkshakes und Essen verkauft. Sie hatten auch eine Jukebox. Dort gingen die Soldaten in ihrer Freizeit hin. Und wir waren oft dort um Basketball zu spielen, und manchmal bat uns Estanislado ihm ein bisschen zu helfen. Manchmal zerkleinerten wir Fleisch für Hamburger, spülten Geschirr oder machten die Plätze sauber.

P.H.: Also die Burschen gingen dahin?

R.B.: Ja, dorthin gingen sie zu Mittag und zum Abendessen.

P.H.: Und Du hast gesehen, dass sie Trümmerteile an der Absturzstelle einsammelten?

R.B.: Ja.

P.H.: Sie haben also den Ort verlassen. Nun erklär mir doch mal, wie Du an dieses Metall gelangt bist.

R.B.: Am letzten Tag brachten sie einen kleinen Kran mit – ich glaube es war ein 4-6 Meter hoher Kran, damit hoben sie das Schiff auf den Tieflader.

P.H.: Haben sie Euch gesehen?

R.B.: Ich weiß nicht, ob sie uns je gesehen haben oder sich überhaupt darum scherten.

P.H.: Mit anderen Worten: Ihr habt irgendwie mit dazugehört.

R.B.: Weißt Du, sie haben ja nicht nach uns gesucht, und da war auch Vegetation an den Seiten des Hügels. Wir waren ja nicht sehr groß, insofern war es auch einfach für uns, uns zu verstecken.

P.H.: Aber Ihr seid nicht hingegangen und habt mit ihnen gesprochen oder so etwas?

R.B.: Oh, wir unterhielten uns manchmal mit ihnen am Café, aber nicht viel, denn wir hatten ja nicht viel gemein. Ihre Arbeit schien ihnen nicht gerade das Allerwichtigste zu sein. Es sah nicht aus, als sei es für sie eine große Sache. Wir glauben es war keinem so richtig bewusst, wie wichtig das Objekt war, und ganz bestimmt nicht uns. Jahre später heiratete einer der Soldaten Josés Cousine.

P.H.: Du erwähntest gerade, dass einer von ihnen Josés Cousine heiratete. Eine nahe liegende Frage, die sich jeder stellt: Hat dieser Soldat, der Josés Cousine heiratete, je über den Vorfall gesprochen?

R.B.: Mit José?

P.H.: Nein…

R.B.: Mit Josés Vater.

P.H.: Mit Josés Vater sprach der Soldat also darüber. Kannst Du Dich daran erinnern was er sagte?

R.B.: Ich war nicht dabei. Aber José wird’s wohl wissen. Ich habe es so verstanden, dass er über die Jahre immer mehr Zweifel bekam, dass es sich tatsächlich um einen Wetterballon handelte.

P.H.: Das hat er gesagt? Er glaubte nicht, dass es ein Wetterballon sei, ging aber nie einen Schritt weiter und erzählte, was sich da drin befand?

R.B.: Ich bezweifele dass er das überhaupt wusste. Er erledigte eben seinen Job, sammelte Trümmerteile auf, war darauf bedacht, seine Aufgabe zu erfüllen und bald nach Hause zu gehen. Der Krieg war zu Ende und viele Soldaten wurden in den letzten drei Monaten auf die Basis nahe Trinity verlegt.

P.H.: Er wusste es also nicht. Es war demnach nur seine Aufgabe sich an der Bergung zu beteiligen. Aber er glaubte nicht, dass es ein Wetterballon war. Okay – ihr wart also im Fountain, was geschah da?

R.B.: Wir gingen dorthin um eine Cola zu kaufen und ein bisschen Musik zu hören. Es schien, als existierten wir gar nicht für die Soldaten. Sie waren berechenbar. Wir haben das schnell herausbekommen, und am letzten Tag kam José und nahm mich mit. Wir waren an der Stelle, saßen im Gebüsch wo uns niemand sehen konnte. Wir sahen, wie sie den Lastzug aus dem Tor fuhren und sie hatten die Plane akkurat und fest drübergespannt. José sagte: “Ich glaube sie transportieren es heute Abend ab” – Ich sagte: “Ja, wie wäre es mit einem kleinen Souvenir?”

P.H.: Und das hast Du gesagt?

R.B.: Ja, während des Krieges haben wir viele Verwandte verloren, und da war es nicht unüblich eine Kleinigkeit als Erinnerung zu haben, wenn wir unsere Gebete sprachen. Denn weil sie im Krieg starben, kamen sie ja nie wieder zurück. Da wurde ein Bleisarg gekauft, ein Aufgebot bestellt und die Erinnerungsstücke begraben.

José sagte: “Lass uns runtergehen und ein wenig warten bis sie weg sind, und dann gehen wir.” Wir warteten also eine Weile, und dann machten sich alle davon. Sie hatten diese Mannschaftswagen und fuhren weg. Wir wussten wohin sie fahren und dass sie für eine Weile weg sein würden. Wir arbeiteten uns also zur Erdspalte vor, sie hatten einen Weg drüber planiert, so dass niemand ahnen konnte, dass da überhaupt eine Erdspalte existierte. Wir gingen außerhalb des Zauns entlang, zu der Rückseite des Sattelschleppers und schritten die Maße ab. Wenn die Schritte groß genug waren, war es etwa ein Meter. Vielleicht verschätzten wir uns um einige Dezimeter, aber das waren die Möglichkeiten, die wir hatten. Acht bis neun Meter lang, und etwa vier Meter hoch. Und dann sahen wir uns die Unterseite des Schiffes an, denn diesen Teil konnten wir vorher nicht erkennen, da es größtenteils unter der Erde war. Nun konnten wir also das ganze Ding sehen. Wahnsinn, das war ein Monstrum! Es war riesig. Nun konnten wir die Unterseite sehen, und unten drunter waren drei kleine Markierungen, kleine Rillen, an jeder Seite.

P.H.: Vielleicht waren die für die Landeblöcke. Vielleicht kamen da irgendwelche Füße heraus.

R.B.: Könnte sein. Jedenfalls löste José etwas von der Plane und legte einen Riss an der Seite des Schiffs frei, während ich die Plane hochhielt. José kletterte durch die Ritze.

P.H.: In das Loch?

R.B.: Ja, ins Loch.

P.H.: Er ging also in das Loch hinein?

R.B.: Ja, ich war auch teilweise drin, die Plane hochhaltend, damit etwas Licht hineinfiel. Zunächst war da kaum etwas zu sehen.

P.H.: Aber er konnte Formen erkennen? Etwa als ob darin Räume waren? War es glatt da drin? Oder irgendeine Verkleidung? – Wenn es so war, versuche mir das einmal ein bisschen zu beschreiben.

R.B.: José sagte, da wären alle paar Zentimeter so etwas wie Schwellen gewesen.

P.H.: Hat er irgendwelche Bedienungsfelder gesehen?

R.B.: Nein, er hat kein großes Schaltpult gesehen. Wir sprachen über eine ca. 70 Zentimeter große Kontrolltafel.

P.H.: War diese Tafel an der Wand angebracht?

R.B.: An einer Trennwand, die Rückwand vielleicht?

P.H.: Das war also eine Kontrolltafel im Inneren, wie Du sagtest an einer Trennwand. Aber an einer Wand.

R.B.: Ja, an einer Trennwand.

P.H.: Okay.

R.B.: Die von uns aus gesehen die Rückwand war.

P.H.: Wie einfach konnte er das Teil abreißen? Ich meine – er hat es doch abgetrennt?

R.B.: Er versuchte es abzureißen, schaffte es aber nicht. Also holte er sich eine Stange von der Vorderseite des Anhängers. Etwas wie ein Brecheisen, es wird ‘Cheater Bar‘ in dem Gütertransport genannt. So etwas wird dazu benutzt, um zu überprüfen, wie fest die Ketten sitzen wenn sie Fracht auf dem Anhänger halten sollen.

P.H.: Du hast die Befestigung beschrieben – wie sah die aus?

R.B.: Ja, das war eine Art Einweg-Befestigung. Man drückt sie fest und dann gehen sie nicht mehr ab. Es waren gezackte Löcher, die ein klammerartiges Stück hielten, die an der Rückwand angebracht waren. Die Stecker waren gelb.

P.H.: Die Stecker waren gelblich? Das wäre meine nächste Frage gewesen. Welche Farben waren zu sehen? Mit welchen Farben haben wir es zu tun?

R.B.: Gelb. Die Stecker waren gelb, silbrige Stränge, die ich mit Lametta vergleichen würde. Keine Sitze oder so etwas, gar nichts. Es muss wohl gesäubert worden sein, oder vielleicht waren darin auch keine. Wir konnten keine Instrumente sehen, wie Messwerkzeug, Uhren, Steuerrad, Bremspedale – nichts dergleichen.

P.H.: Ich habe gehört, es könnte wie verbrannte Fasern ausgesehen haben. War es innen grau?

R.B.: Ein Teil des Schiffs war dunkler am Boden als oben. Ein helleres Grau.

P.H.: Beeilte sich José da raus zu kommen, weil er fürchtete entdeckt zu werden, oder wart Ihr Jungs völlig ruhig weil Ihr wusstet, dass die Soldaten länger fort sein würden und habt Euch Zeit genommen?

R.B.: Wir versuchten uns zu beeilen. Natürlich hatten wir Angst erwischt zu werden. Ruhig? Du machst Witze! Ich habe mich seither nie mehr beruhigt!

P.H.: Das war schwereres Metal, obwohl – nicht wirklich schwer, oder? Fühlte es sich wie irdisches Metall an? Du kannst es nicht abschätzen… Aber das aluminiumartige Material wie das einer Phillip-Morris-Packung war anders. Wo kam es her?

R.B.: Als der Absturz war, ganz am Anfang, und wir zum ersten Mal zur Absturzstelle gingen, da fanden wir Material, das an Lametta erinnerte. Man benutzte so etwas in Gegenden, wo die Leute keinen Strom hatten, um die Weihnachtsbäume zu dekorieren. Das Material war diesem Lametta ähnlich. Ich habe auch so ein schimmerndes Metallstück gefunden…

P.H.: …das sich vor- und zurückbewegte.

R.B.: Ich fand es zunächst unter einem Stein. Ich zog es heraus, aber es hatte irgendwie seinen eigenen Willen: Ich faltete es, aber es entfaltete sich wieder. Ziemlich ungewöhnlich.

P.H.: Wie viel davon habt Ihr Jungs in den Graben geworfen?

R.B.: Wir haben schon einiges dort rein geworfen.

P.H.: Das Material macht mich wirklich neugierig.

R.B.: Das möchte jeder gern in die Hände bekommen.

P.H.: Das ist interessant: Du sprachst davon, dass es seinen ‘eigenen Willen‘ hatte.

R.B.: Ich meinte: Wenn ich es faltete, ging es wieder in seine Ausgangsform zurück.

P.H.: Klar, aber das ist interessant – das ist nämlich genau so, wie Jesse Marcel Junior das Stück von Roswell beschrieb, das sein Vater mit nach Hause brachte. Er streute es über den Küchenboden, sie hatten viel davon. Waren da auch I-Profil-Träger?

R.B.: Ich weiß jetzt nicht wie I-Profil-Träger aussehen.

P.H.: Habt Ihr keinen Profilstahl-Träger gesehen? Aber gut, Ihr seid also rein gegangen. Beide seid Ihr rein gegangen – also wie lang seid Ihr geblieben?

R.B.: Daran kann ich mich nicht erinnern, ich weiß es nicht. Wir waren nicht lange drin. Unser Haus hatte keinen Stromanschluss, wenn also Weihnachten war, schmückten wir den Baum mit nicht-elektrischer Dekoration: Popcorn, Eiszapfen, Folie und eben Lametta. Und dieses Jahr hatten wir einige Stränge von Lametta, die von dem Objekt auf der Padilla-Ranch stammte. Weißt Du was das ist?

P.H.: Ich weiß genau was das ist.

R.B.: Das war also, was wir hatten. Es war überall im Inneren des Schiffs.

P.H.: Okay. Ich habe einmal eine andere Geschichte gehört, da erwähnte der Zeuge, das Material hätte wie verbrannte Fasern ausgesehen. Es wirkte wie eine Art von Glasfaser. Wie weißliches Lametta. Perfekt. Es war Teil des Mechanismus des Schiffes. Also Du wolltest ein Stück dieses Materials?

R.B.: Und wir haben es mitgenommen.

P.H.: Habt Ihr beide je – als ihr als Kinder mit einander geredet habt – über diese Wesen gesprochen?

R.B.: Natürlich. Die Köpfe ähnelten etwas denen von ‘Campamochas‘. Das hatten wir gesehen.

P.H.: Du meinst sie sahen wie Insekten aus?

R.B.: Im ersten Moment wirkten sie auf uns hässlich. Die Köpfe erinnerten an Campamochas.

P.H.: Könntest Du das einmal in Englisch sagen?

R.B.: Die beste Übersetzung wäre so etwas wie Fangschrecke, Gottesanbeterin.

P.H.: Oh, wie sah das aus?

R.B.: Große, insektenartige Augen. Alle sprechen von den ‘Grays‘, schätze ich, aber wir haben keine Grays gesehen – nicht dass ich wüsste.

P.H.: Es könnte auch etwas völlig anderes gewesen sein.

R.B.: Sie hatten diese großen insektenartigen Augen; wir wissen nicht, ob sie nun genau 1,20 Meter groß waren. Das ist nur eine Schätzung. 1,20 Meter groß und sie hatten wirklich dünne, nadeldünne Arme. Ich weiß nicht, wie viele Finger sie hatten. Aber sie schienen sich gleitend fortzubewegen.

P.H.: Trugen sie Kleidung?

R.B.: Nun, entweder trugen sie ganz enge Overalls, oder ihre Haut war sehr straff.

P.H.: Welche Farbe hatten die Overalls? Waren sie grau?

R.B.: Ja, hellgrau.

P.H.: Und der Kopf war ziemlich groß? Ich meine proportional…?

R.B.: Der Kopf wirkte sehr groß und ähnlich einer Campomocha.

P.H.: Ich verstehe… Nein, es ist so, dass ich genau so etwas schon einmal gehört habe. Er war etwas herausgestreckt, nicht wahr? Ein herausgestreckter Kopf mit großen Augen und einer Art Schlitz als Nase. Vielleicht habt Ihr als Kinder die Nase gar nicht bemerkt, weil die Augen so groß waren. Sie waren sehr mager, das heißt dünn. Also dünn gebaut…

R.B.: Wenn Du eins sieht, ich bräuchte einmal ein Bild davon, aber Campomocha beschreibt es schon ganz gut.

P.H.: Und Du sagtest, sie rutschten eher, als dass sie gingen oder liefen. Es wirkte als ob sie glitten.

R.B.: Es wirkte so. Als ob sie sich von einem Ort zum anderen projizierten.

P.H.: Aber Dir wurde etwas übermittelt. Sie müssen mit Dir an einem bestimmten Punkt Kontakt aufgenommen haben. Du erwähntest Bilder, die Dir in den Kopf kamen.

R.B.: Ja, da bin ich mir sicher.

P.H.: Weißt Du, ich würde Augen gar nicht als solche erkennen, wenn die Augen mich nicht direkt ansehen würden.

R.B.: José und ich haben das Schiff durch ein Fernglas beobachtet. Wir haben uns dabei abgewechselt. Er hat geschaut, wir konnten ihnen aber nicht direkt in die Augen schauen, soweit ich mich erinnere. Es war ziemlich weit. Aber was wir fühlten war echte Trauer, wir konnten ihren Schmerz fühlen. Sie wirkten wie wir, wie Kinder.

P.H.: Oh, okay. Das war ganz bestimmt sehr interessant. Reme, mir fehlen dafür die Worte, es gibt nichts, das ich damit vergleichen könnte.

R.B.: Sie wirkten als seien sie verletzt.

P.H.: Sie waren verletzt und sie wussten, dass sie in eurem Blickfeld waren. Gibt es sonst noch etwas von Dir und José? Habt Ihr über sie gesprochen?

R.B.: Ja, wir trafen uns und haben darüber gesprochen als wir jung waren, wenn Du das meinst. Wir sprachen über sie, wenn wir uns sicher waren, dass niemand in der Nähe ist.

P.H.: “Sie” – diese Wesen?

R.B.: Die Kreaturen – haben sie mit uns kommuniziert?

P.H.: Nun, was sagte José über diese Wesen? Ich weiß nun, wie Du sie empfandest, aber was hat er über sie gesagt? Fühlte er wie Du? Empfand er auch Mitleid?

R.B.: Nicht so sehr wie ich, aber er fühlte es auch.

P.H.: Wart Ihr erschrocken, als Ihr sie gesehen habt, oder wolltet Ihr näher herangehen? Oder habt Ihr Euch vor ihnen geekelt? Oder fühltet Ihr nur das Mitleid…?

R.B.: Normalerweise würde ich nur für Freunde Mitleid empfinden, oder für Verwandte, wenn ihnen etwas zustößt. Aber diese Kreaturen kannte ich ja gar nicht… Wir waren neugierig, wir wussten nicht, wer sie sind, aber wir wussten, dass sie anders waren.

P.H.: Okay, Ihr habt also ihre Emotionen gespürt.

R.B.: Richtig.

P.H.: Oh Mann…! Ihr habt ihre Emotionen gefühlt!!!

R.B.: Und diese Geräusche, bei denen wir versuchten, herauszufinden, was das war. Wir haben sie mit ihnen verknüpft. Es schien von ihnen zu kommen.

P.H.: Das kam wahrscheinlich von ihnen. Wie lange glaubst Du hat dieses Erlebnis gedauert, als Ihr da gestanden habt?

R.B.: Die ganze Zeit als sie da waren.

P.H.: Wie lange war das?

R.B.: Ungefähr eine halbe Stunde oder 45 Minuten…

P.H.: Ihr seid also eine halbe oder drei viertel Stunde dort gewesen, wo diese Wesen sich aufhielten. Hattet Ihr Angst?

R.B.: Klar, hatten wir Angst!

P.H.: Und trotzdem seid Ihr geblieben?

R.B.: Wir sind geblieben. José war ja auch neugierig auf diese Wesen. Er wollte ihnen helfen. Ja, José wollte mich dazu überreden, ins Objekt zu gehen um ihnen zu helfen, aber ich wollte das vermeiden, obwohl ich auch besorgt war.

P.H.: José war also drauf und dran rein zu gehen?

R.B.: Wir wussten nicht, was immer sie waren, wer sie waren und was sie dort taten. Ich hatte kein gutes Gefühl dabei.

P.H.: Du bist Dir nicht ganz sicher, was dieses Erlebnis hervorrief… nun, ich kann verstehen, dass Du davon auch irritiert warst. Das war auch eine lange Zeit, ich meine: Andere Menschen hätten sich geängstigt und wären sofort weggerannt, nachdem sie die Wesen gesehen hätten. Aber Ihr seid geblieben.

R.B.: Irgendetwas hat uns zurückgehalten.

P.H.: Irgendetwas hat Euch dort festgehalten? – vielleicht, weil ihr herausfinden wolltet, was es damit auf sich hatte?

R.B.: Ja, wir wollten es herausfinden. Aber dann mussten wir gehen. Wir mussten zurück zur Ranch.

P.H.: Hast Du keine Hieroglyphen an den Anzügen erkannt? War es zu weit entfernt um das sehen zu können? – Du sahst sie hin und her gleiten, wie viele waren es noch einmal? Drei oder vier?

R.B.: Ja, drei oder vier.

P.H.: Und niemand hörte etwas? Da war nur dieses hohe Geräusch. Nun, das Schiff hatte ja eine Bruchlandung.

R.B.: Es war noch sehr verraucht und es war teilweise unter der Erde.

P.H.: Du hattest also dieses Stück – und dann? Wer behielt es?

R.B.: José hat es wohl für einige Tage behalten, danach brachte er es mir und ich versteckte es unter den Dielen bei einem Lager auf der anderen Straßenseite. José erzählte mir, dass ein paar Soldaten seinen Vater aufsuchten und um Erlaubnis baten, einmal einen Blick in seinen Geräteschuppen zu werfen und sich im Haus umzusehen, und er wollte nicht, dass sein Vater Ärger bekommt.

P.H.: Und was war dann?

R.B.: Sie nahmen Metall, Wetterballons und Wählerregistrierungsmaterial, das er dort aufbewahrte. Dann kam der Schafhirte, ein langjähriger Freund meines Vaters, in die Stadt und trieb die Schafe zum Viehhof, wo sie über Nacht behalten wurden, bevor sie in Güterwaggons verfrachtet und verschickt wurden. Wir gingen mit ihm zum Viehhof, wo sie über Nacht campierten. Sie machten eine so gute Suppe, und wir nahmen am Abendessen teil, bevor wir nach Hause gingen. Am nächsten Tag zog der Schafhirte in das Lager und gab meinem Vater ein junges Lämmchen. Seit José und ich dieses Stück aus dem Schiff mitnahmen, nannten wir es ‘Tesoro‘. Wir waren die einzigen, die diesen Namen kannten. Es bedeutet übersetzt ‘Schatz‘.

P.H.: Okay, das war Euer Schatz.

R.B.: Das war also unser ‘Tesoro‘. Der Schafhirte kam eines Morgens herüber zu unserem Haus, als wir gerade unser Frühstück beendeten. Mein Vater hatte gerade frei, und er wusste nichts von unserem gut gehüteten Geheimnis. Der Hirte klopfte an die Tür und fragte mich, ob er meinen Vater sprechen könne. “Natürlich, komm rein!”, sagte mein Vater, “Komm, Pedro, lass uns einen Kaffee trinken! Wir beenden gerade unser Frühstück.” Also saßen wir da und beendeten unser Frühstück, als er einwarf: “Alejandro, Du musst wissen dass ich diesen Ort verlassen muss!” – “Warum?” – “Nun”, sagte er, “letzte Nacht als ich schlief, wurde ich aufgeweckt und sah Lichter aus dem Schacht kommen. Da war dieses Licht da draußen, und ich…”

P.H.: Wer war dieser Mann?

R.B.: Das war Pedro, der Schafhirte.

P.H.: Der Hirte, okay.

R.B.: Ein guter Freund meines Vaters.

P.H.: Okay, okay. Er sah also Licht aus dem Schacht kommen…

R.B.: …aus dem Schacht, und er sagte: “Ich schaute aus dem Fenster, und im nächsten Moment waren drei Viecher in meinem Raum, in meinem Haus, obwohl die Tür verschlossen war.” Und er zeigte zum Boden und sie sagten “Tesoro“.

P.H.: Oh nein! Diesen Teil der Geschichte hast Du mir noch nie erzählt. Das ist unglaublich! Oh mein Gott! Okay, und dann?

R.B.: Und so standen sie da und zeigten darauf. Er sagte: “Tesoro, da ist ein Schatz da unten!”

P.H.: Okay.

R.B.: “Und als diese Typen das machten”, sagte Pedro, “holte ich mein Gewehr und wollte sie erschießen, denn sie haben nichts in meinem Haus verloren. Ich holte mein Gewehr, aber da waren sie schon verschwunden. Aber weißt Du was? Sie gingen einfach durch die Wand! Kannst Du das glauben, Alejandro?” – Mein Herz schlug bis zum Hals und ich betete heimlich, dass ich nun keinen Ärger mit meinem Vater bekäme. Er wusste nichts über die Erlebnisse auf der Padilla-Ranch.

P.H.: Okay.

R.B.: Also sagte mein Vater “In Ordnung!”. Und zu meinem älteren Bruder Dave sagte er: “Lass uns rüber gehen und nachsehen, nimm eine Schaufel mit und eine Brechstange!”

P.H.: Der ältere Bruder von wem…?

R.B.: Mein älterer Bruder.

P.H.: Ach Deiner, okay.

R.B.: Und so schnappte er sich das Brecheisen und hebelte die Dielen auf und fragte “Wo?” – und Pedro deutete an eine Stelle: “Genau hier, in der Mitte des Raumes” Ich betete insgeheim: “Lieber Gott, ich hoffe sie finden es nicht!” Und so grub er in der Mitte und konnte nichts finden, er gräbt mit der Schaufel, aber da war nichts. Er sagte: “Da ist nichts!”, also nagelten sie alle Bretter wieder an, und mein Vater sagte: “Nun, das wird sicherlich nie wieder passieren. Also mach Dir keine Sorgen. Und wenn doch – dann sag Bescheid, dann schauen wir noch einmal nach!” – So war jeder am Ende zufrieden, und das war das Ende der Geschichte. Ich traf José am nächsten Tag bei der Post und sagte: “Hey, Du musst vorbeikommen und unseren Tesoro mitnehmen, da passiert einfach zuviel drum herum.” – Also kam er und nahm den Tesoro mit nach Hause und packte ihn zusammen mit etwas anderem Krempel unters Haus. Zu dieser Zeit hatten wir etwas Platz unterhalb der Gebäude, wegen der Fluten. José packt den Tesoro in ein paar Kisten unter seinem Haus und dort lag er noch 1963, als er einmal zurückkehrte, nachdem er nach Kalifornien gezogen war. Er zog 1954 nach Kalifornien um und kam 1963 zurück um seine Windmühle zu reparieren, nachdem er einige gebrauchte Windmühlen-Teile erstanden hatte. Der Verwalter trank recht viel, und er hatte seine Mühe ihn aufzufinden. José entschied, alle Kisten zu sich nach Kalifornien zu nehmen und sie im Dachboden seiner Garage zu verstauen. Der Inhalt der meisten Kisten waren altes Geschirr, Flaschen, alte Papiere, Briefe, Magazine und unnützer Kram, und es blieb dort bis 2001. Als ich seinen Sohn im Internet kennen lernte und er erwähnte, der Name seines Vater sei José und er käme aus San Antonio, rief ich ihn an, und unsere Jugenderinnerungen lebten wieder auf. Und wir erinnerten uns an dieses avocadoförmige Objekt, das auf der Ranch abstürzte als wir Kinder waren und nach dem trächtigen Rind schauen sollten. Ich sagte: “Wie nannten wir noch mal dieses Teil, das wir aus dem Objekt gezogen haben? ‘Del Oro‘, ‘Socorro‘…? – Ah, ‘Tesoro‘!” – “Weißt Du was?”, sagte José, ” Ich wette, es ist noch immer da, im Dachboden verstaut! Es ist so lange her und ich habe es ganz vergessen. Lass mich mal nachschauen ob ich es finden kann!”

P.H.: Und das Teil, an das Du Dich erinnerst, war genau dieses Stück? Okay.

R.B.: Ja, unser ‘Tesoro‘. Er fand es und verschickte es.

P.H.: Er verschickte es, weil Du es haben wolltest, richtig?

R.B.: Ja, ich wollte es untersuchen lassen.

P.H.: Wie seid Ihr, José und Du, Reme, zusammengekommen um Euch über Eure Erlebnisse auszutauschen?

R.B.: Ich fing an, darüber Untersuchungen anzustellen. Ich wollte alles darüber herausfinden.

P.H.: Okay, das war 1994, und dann zehn Jahre, über zehn Jahre sogar.

R.B.: Wir mussten José finden. Als wir José fanden, kam allmählich alles heraus.

P.H.: Wann hast Du José gefunden?

R.B.: Weißt Du, das Problem war, dass ich versuchte mich an alles von damals zu erinnern, bis zu dem Zeitpunkt…

P.H.: Aber in welchem Jahr hast Du José wieder gefunden?

R.B.: Das war 2002, nach seiner Operation. Er hatte eine Operation am offenen Herzen, also habe ich alles übernommen. Ich habe mit ein paar Leuten aus Kalifornien eine Reise nach New Mexico gemacht, und…

P.H.: Aus Kalifornien?

R.B.: Ja, wir lebten in Kalifornien. Es war im Juli, glaube ich. Das erste, was ich mir im Ruhestand vornahm, war unseren Stammbaum zu vervollständigen, und dazu nutzte ich das Internet. Bei der Gelegenheit traf ich auf eine Person mit dem Nachnamen Padilla, und wir begannen ein bisschen hin- und her zu schreiben, dann fragte ich, wer sein Vater sei, und er sagte José und dass er in San Antonio geboren sei, und ich teilte ihm mit, dass wir einmal befreundet waren.

P.H.: Wie groß war San Antonio?

R.B.: Nun, wir hatten ursprünglich sechs Familien, die Bevölkerung war also nicht sehr groß, irgendetwas zwischen 50 und 75 Menschen lebten in der Region.

P.H.: Zur selben Zeit, erinnerst Du Dich an das Jahr als das passierte?

R.B.: Es passierte gegen Ende 2001 oder Anfang 2002.

P.H.: Also 2002… nach all den Jahren warst Du in der Lage, den kleinen Jungen zu treffen, mit dem Du auf diesem Hügel warst. Du warst sieben, er neun, ihr konntet nun Verbindung aufnehmen um die Aufzeichnungen zu vergleichen.

R.B.: Ja.

P.H.: Und Du hast etwas sehr Bezeichnendes gesagt, als Du ihn angerufen hast.

R.B.: Er fragte, ob ich jemals einem anderen Familienmitglied gegenüber etwas von dem erwähnte, was wir das entdeckt hatten – und wenn ich es tat, wie war deren Reaktion? Und ich sagte, dass sie mir nicht glaubten.

P.H.: Okay.

R.B.: Er sagte, er habe genau dasselbe Problem gehabt.

P.H.: Aber Du hast mir einmal gesagt, dass Dir Deine Frau Ginny die längste Zeit auch nicht geglaubt habe, bis Du eine Sichtung hattest und sich dann alles änderte.

R.B.: Das ist richtig.

P.H.: Und dann wurde sie eine gute Partnerin bei Deiner Suche.

R.B.: Ja, sie unterstützte mich dann sehr.

P.H.: Sehr unterstützend, okay. Und für die Leute, die es schnell beschrieben haben wollten, machtest Du ein Modell dieses Schiffs.

R.B.: Ja, das ist eine Nachbildung des Schiffs und der Öffnung, die daran war.

P.H.: Das Loch sieht wie durch eine Explosion entstanden, es ist in verschiedenen Teilen aufgerissen. Es war keine glatte Öffnung.

R.B.: Nein. Im Grunde, als wir etwas nachspielten was wir einen ‘Fly-By‘ nannten, geriet es wohl an einen Turm – entweder einen Radiomast oder einen Radar-Turm – der etwa 15 Meter hoch war und so etwas wie einen Windgenerator besaß. Dieser generierte Strom für das Licht auf der Spitze. Es stellte sich im Gespräch mit anderen Ingenieuren heraus, dass das Objekt wohl dort in der Nähe entlang geflogen sein könnte und von einem Blitz getroffen wurde, der in den Turm einschlug. Da der Turm geerdet ist, geht die Energie in den Boden – aber das Schiff war nicht geerdet, also ist es möglicherweise dazwischen geraten, und ein Teil wurde verschmort.

P.H.: Okay, und später hast Du andere Metallteile von jenen, die Ihr in dem Zeitraum einer Woche, während die Säuberungen stattfanden, eingesammelt habt, erhalten. Aber dieses Metall, das Du vor kurzem untersucht hast, hatte eine Menge kleiner Bläschen und sah aus, als sei es großer Hitze ausgesetzt gewesen.

R.B.: Ich glaube, sie nennen das EMT-Hitze. Und die ist sehr hoch, intensive Hitze, die das schmilzt – und es muss wirklich eine sehr große Hitze gewesen sein, die das zum Schmelzen brachte!

P.H.: Also was lässt uns nun annehmen, dass dieses Stück, das Schwellen und kleine Kreise aufweist, außerirdischen Ursprungs ist? Hast Du es analysieren lassen?

R.B.: Dieses spezielle Stück enthält carbonartige Fasern, und wenn man das Stück genau betrachtet, stellt man fest, dass es – obwohl es geschmolzen ist – mehrere Verschmelzungen hat. Es überträgt die Hitze von einer Seite zur anderen, und das verhindert die Kernschmelze.

P.H.: Es ist ein Leiter?

R.B.: Wie die Kacheln, die sie bei der Raumkapsel benutzen.

P.H.: Okay, Du hast all dies analysieren lassen und alle Ergebnisse gesichert.

R.B.: Ja.

P.H.: Aber das wurde in der Umgebung gefunden, es ist nicht das Teil der Kontrolltafel, das José mitnahm als er eingestiegen ist. Es ist ein sehr großes Stück. Und das hat, wie Du erwähntest, jemand für das Buch ‘The Day After Roswell‘ verwendet, in dem Colonel Corso beschreibt, es habe zangenartige Formen, die wie zerquetschte Insekten aussehen. Das ist auf Seite 45. Es beschreibt den Innenmechanismus der Analyse dieses Stückes. So sieht es aus, wenn man es unter dem Elektronenmikroskop anschaut, nicht wahr?

R.B.: Ja.

P.H.: Das eine, das auf der Tafel war, die José abnahm… Hast Du gelesen, dass Colonel Corso sagte: “Sie waren wie Stromkreise”? Und dass sie aussahen, wie “Tiere, die zerquetscht wurden”; und Du hast Deine Analyse ebenfalls mit dem Elektronenmikroskop durchführen lassen. Nun, da ist ein weiteres Stück. Jenes, von dem jeder spricht, und das ich liebend gern auch einmal zu Sehen bekäme. Das ist das Stück, das wie Aluminiumfolie aussieht und an das Innere einer Philip-Morris-Zigarettenschachtel erinnert, diese leichte Aluminiumfolie. Kannst Du dieses Stück beschreiben und was Du mit diesem Stück gemacht hast?

R.B.: Nun, als wir das erste Mal hinunter zur Absturzstelle gingen, war dieses Stück unter einem Stein und ich sah es glitzern und sich hin und her bewegen. Ich habe es unter dem Stein herausgezogen und irgendwie aufgerollt und gefaltet. Und wie man es auch faltete, ging es zu seiner ursprünglichen Position zurück. Heute nennt man es ‘Erinnerungs-Metall‘, aber damals hatten wir keine Ahnung, was das war. Also nahm ich es mit und steckte es in meine Tasche, brachte es nach Hause, zeigte es José und wir spielten damit eine Weile herum. Ich hatte ein Döschen mit einigen Indian-Head-Pennys, die ich sparte. Also habe ich das da rein gesteckt und die Prince-Albert-Dose in den Brunnen. Es war ein Bohrloch, etwa 180 x 180 Zentimeter breit; und etwa 240 Zentimeter tief, befanden sich die Zylinder einer Pumpe, die zur Windmühle gehörten. Das Bohrloch hat eine Verkleidung aus Zedernholz, die verhindert, dass es in sich zusammenfällt. Ich habe es hinter eine dieser Verkleidungsstangen gesteckt, ein Ort, an dem ich Dinge aufbewahrte. Es war dort eine ganze Zeit lang, bis zu dem Tag, an dem mein Vater zum Urlaub nach Hause kam. Wir waren glücklich, wenn er einmal im Monat heimkam, denn er arbeitete in Albuquerque im Veteranen-Hospital. Als er nach Hause kam arbeitete er an der Windmühle und sagte: “Ich kann dieses Teil nicht reparieren. Vielleicht kannst Du mit José dieses Teil nehmen und es schweißen lassen.” Nun, die Idee war, dass wir es mitnehmen und schweißen lassen würden, um es dann wieder anzubringen. Also nahmen wir es auseinander. Ich sprach mit José, und so fuhren wir in dem Pickup nach Socorro und brachten das Teil zu einem Schmied, um ihn zu bitten es zu schweißen. Das Gewinde war abgenutzt. Er sah sich das an und meinte, es sei aus Messing und es gebe keine Möglichkeit, Messing zu schweißen. Das ging also nicht so gut aus. Wir kamen zurück zum Brunnen und überlegten, was wir damit tun konnten. Wir banden es fest, doch es rutschte. Wir waren bereit, es wieder zusammenzusetzen, und in einem Anflug von Verzweiflung sagte ich: “José, greif mal hinter dieses Stück Holz, da müsste eine Prinz-Albert-Büchse sein.” Er griff dahinter und fand die Dose. Da war diese kleine aluminiumartige Folie die wir bei dem Absturz gefunden hatten. Vielleicht würde das ja funktionieren. Wir nahmen diese aluminiumartige Folie und wickelten sie um das Gewinde, dann haben wir die Enden festgezogen, und es rutschte nicht. Dann nahm ich einen dieser Stilson-Schraubenschlüssel, José den anderen, und wir zogen es fest an. Wir setzten die Windmühle in Gang, und sie begann Wasser zu pumpen. Es funktionierte.

P.H.: Es funktionierte?

R.B.: Es produzierte ein Vakuum und pumpte Wasser.

P.H.: Das ist ein sehr, sehr unbefangener Umgang mit außerirdischen Materialien…

R.B.: Wir wussten es ja nicht. Woher sollten wir es denn wissen?

P.H.: Ja, ich weiß…

R.B.: Und so ging die Zeit dahin, José zog weg und dann zog ich weg und ging nach Washington, wo ich die Schule besuchte, lernte meine Frau kennen, wir heirateten und gründeten eine Familie. Manchmal besuchten uns Vater und Mutter. Einmal kam mein Vater allein und blieb in unserem Haus über Nacht. Jeannie machte ihm Lamm-Koteletts, das war seine Leibspeise. Während wir am Tisch saßen und unser Abendbrot einnahmen, drehte sich mein Vater zu mir und sagte: “Reme, ich weiß nicht, ob Du Dich noch erinnerst, aber weißt Du noch dieser Zylinder, den Du an der Windmühle repariertest? Er funktioniert immer noch. Keine Ahnung, was Du damit gemacht hast.” Ich antwortete, dass ich froh sei es hingekriegt zu haben. Ich konnte mich nicht überwinden ihm die wahre Geschichte zu erzählen, denn er sollte nicht wissen…

P.H.: …wo es herkam…

R.B.: …dass hier eine Art von hoch entwickelter außerirdischer Technologie am Werk sei. Er hätte es ohnehin nie geglaubt. Er würde nicht glauben, dass wir heute Telefone haben, Mobiltelefone, die man in der Tasche tragen kann. Das wäre zuviel für ihn gewesen, ich dankte ihm: “Schön, es war mir eine Freude“.

P.H.: Nun, Deine Geschichte ist sehr wichtig. Es ist grundsätzlich sehr wichtig, die historischen Ereignisse des UFO-Phänomens aufzuzeichnen und zu archivieren. Jeder kennt den Roswell-Fall, der sich 1947 ereignete, und sieht in ihm einen Wendepunkt. Aber ich erzählte Dir ja, dass ich ein MJ-12-Dokument gefunden habe, in dem Robert Oppenheimer und Albert Einstein Gespräche über eine außerirdische biologische Lebensform führten, und das war vor Roswell, also kam ich zum Schluss, dass es vor Roswell bereits Abstürze gegeben haben muss. Und dies ist einer davon, es ereignete sich mindestens zwei Jahre vor Roswell. Was erhoffst Du Dir davon, wenn wir also diesen Fall von Dir und José untersuchen? Woran denkst Du bei dieser Enthüllung, die Du der Welt zu bieten hast? An die Welt? An Amerika? Die jungen Menschen der Zukunft? Welche Hoffnungen verbindest Du mit diesen Enthüllungen? Denn es ist eine wahre Geschichte, und Ihr beiden seid noch hier, und es passierte schon vor einer langen Zeit. Wie würdest Du das gerne voranbringen?

R.B.: Nun, José und ich, und unser beider Familien sind uns darin einig, dass die Öffentlichkeit davon wissen sollte, und auch davon, dass wir im Besitz dieser Teile sind. Es gehört uns ja nicht wirklich, das hat es nie getan. Es gehört irgendjemand anderem.

P.H.: Sie kamen nicht zurück um es zu holen. Sie haben keinen Anspruch darauf erhoben, also haben sie es vielleicht als ein Geschenk zurückgelassen. Von den verschiedenen Geschichten, die Du mir erzählt hast, hätten sie durchaus zurückkommen und es einfordern können. Also, was würdest Du gerne tun?

R.B.: Ich denke, es sollte irgendwie an einem Ort öffentlich aufbewahrt werden, wo Menschen Zugriff darauf haben.

P.H.: Und Eure Geschichte soll nun veröffentlicht werden? Wie können wir Eure Geschichte der Öffentlichkeit präsentieren? Was hattest Du im Sinn?

R.B.: Nun, ich denke eines der Betätigungsfelder könnten die jährlichen Konferenzen sein, die es da gibt. Das wäre ein guter Ort, denke ich.

P.H.: Und auch Dein Buch! Du hast ein Manuskript von Deinem Fall und die Aufzeichnungen von dem, was geschah. Es wird ein Buch mit dem Titel ‘Before Rosswell‘ sein, und dann wolltest Du ja noch schauen, ob da weitere Bruchstücke zu finden sind.

R.B.: Ja, wir möchten eine Ausgrabung machen. Du weißt schon – hingehen und graben. Nenne es eine Grabung oder wie auch immer, dort, wo die Soldaten einige Teile entsorgt haben und wo wir Teile versteckten. Inzwischen über und über bedeckt worden sein, aber wir würden das gerne umgraben um zu sehen, ob noch Teile übrig geblieben sind. Und ich denke, da ist noch etwas.

P.H.: Nun gut. Als Du die Teile weggeworfen hattest, was ging Dir da durch den Kopf? Hast Du sie dort deponiert um sie eines Tages wiederzuholen?

R.B.: Wir versteckten sie, damit wir sie später holen könnten.

P.H.: Und die Soldaten, warum habe die etwas weggeworfen? Weil sie die nicht tragen wollten?

R.B.: Ich glaube schon. Ich denke, wir sollten den Soldaten zugute halten, dass wir dieses Schiff genau 30 Tage nach dem Bombentest in Trinity entdeckten. Sie waren im Basislager für 90 Tage stationiert. Sie konnten da nicht ausgehen oder mit anderen sprechen oder mal etwas außer der Reihe Trinken gehen oder so etwas in der Art. Sie waren in diese Gegend verbannt, bis die Bombentests abgeschlossen waren. Nach den Bombentests ist es etwas gelockert worden, dass sie ein bisschen mehr Freiheiten hatten, und so weiter. Und dann ereignete sich dieser Absturz und sie mussten wieder arbeiten, sich an der Bergung beteiligen. Diese jungen Männer nutzten jede Gelegenheit um unter die Leute zu kommen, es war wohl das erste Mal seit 90 Tagen, dass sie die Möglichkeit dazu hatten.

P.H.: Also wollten sie nicht wirklich. Mit anderen Worten, es war kein methodisches paranoides Auflesen von Teilen. Mit anderen Worten: Lasst uns schnell dieses Zeug aufräumen, und dann auf ein Eis oder ein Bier gehen, wen kümmert es schon, wenn Teile zurückbleiben…

R.B.: Ich glaube nicht, dass es einen formellen Trainings-Kurs für die Bergung außerirdischer Schiffe gab. Wir befanden uns noch im Krieg.

P.H.: Und Du sagtest, dass sie nicht einmal ABC-Schutzkleidung trugen, weil keine vorhanden waren.

R.B.: Sie waren sich nicht im Klaren darüber, dass es sich um ein außerirdisches Raumschiff handelte – genauso wenig wie wir!

Ja, vorher waren sie sehr vorsichtig. Ich befragte José dazu. Er meinte, wir seien ziemlich raffiniert gewesen. Er sagte: “Wir haben uns versteckt”.

P.H.: Sie sahen also nicht, dass Ihr da draußen wart. Aber sie machten Besuche. Es war nicht Dein Vater sondern Josés Vater, den sie aufsuchten um abzuschätzen zu können, was er womöglich gesehen haben könnte. Hat er ihnen irgendwelche Teile ausgehändigt?

R.B.: Ja, aber das waren andere Militärangehörige.

P.H.: Weil sie alle Teile haben wollten, die er hatte. Im Jahre 1945 war es der erste große UFO-Fall. Und es wird sehr, sehr wichtig für die ganze UFO-Szene sein. Ich bin mir sicher, eine Menge Ufologen werden sehr daran interessiert sein. Also sag uns, wie Deine Familie und Deine Kinder Dich unterstützen. Sie unterstützen Dich doch?

R.B.: Sie unterstützen mich sehr. Eigentlich unterstützen uns alle sehr in unserer Sache.

P.H.: In den letzten paar Jahren warst Du sehr entschlossen bei der Sache. Ich meine, Du hast genau im Kopf gehabt, wie Du alles bekommst, wie Du es anstellst, wie Du es präsentieren würdest, und so weiter. Aber es ist etwas, mit dem Du 60 Jahre gelebt hast.

R.B.: Das ist eine lange Zeit. Aber ich habe nicht wirklich 60 Jahre damit gelebt, denn an einem bestimmten Punkt sah ich, dass es uns nicht möglich war, die Dinge zu tun, die wir wollten, und während ich dann in Washington mein Leben weiter lebte, meine Familie gründete und so weiter, machte José ähnliches in Kalifornien. Es gab da eben den Punkt, an dem wir uns einfach nicht mehr damit beschäftigten. Vielleicht waren wir auch noch nicht bereit dazu.

P.H.: Die Zeit war noch nicht reif. Wenn Du mal an das andere Buch denkst, ‘The Day After Roswell‘ von Colonel Philip Corso, in dem Du dieses Stück mit der Beschreibung des integrierten Stromkreises gefunden hast, da wird an anderer Stelle gesagt: “Nun ist die Zeit darüber zu sprechen”, usw. Ich kenne Ryan Woods Buch ‘Majic Eyes Only‘. Ich habe Deine Rekonstruktion der Absturz-Geschichte gelesen und Du warst in der ‘Jeff Rense Show‘. Wir können auch darüber kurz sprechen.

R.B.: Okay.

P.H.: Wie kamst Du zur Jeff Rense Show?

R.B.: Als ich aus Kalifornien zurückkehrte und in Washington in den Ruhestand ging und mit José sprach, und mit José die Geschichte wieder aufarbeitete, usw., kamen wir zusammen und begannen alle Informationen zu sammeln, die wir über ‘Walnut Creek‘ finden konnten. Und José schickte mir Informationen, die sein Sohn gefunden hat, und ich ging das durch. Da war ein Zeitungsartikel, den Ben Moffitt – ein Freund von uns, mit dem wir in der Schule waren – verfasst hatte. Dieser wurde in einer von Socorros Zeitungen veröffentlicht, in der er ein paar Jahre zuvor arbeitete. Der Artikel beinhaltete einen Besuch an der San Antonio Elementary School, wo er mit Lehrern sprach und sie ihn über die derzeitigen Unterrichtsmethoden informierten. Ben dachte noch an Dick, Jane und Puff zurück, als wir den wöchentlichen Reader nutzten, um auf dem Laufenden zu sein.

P.H.: Klingt wie ein historisches Bild, das er sich von von San Antonio machte.

R.B.: Sie wollten ihn darüber aufklären, wie Computer als Lehrmittel eingesetzt wurden. Und im Zuge dessen erwähnte er einige seiner Mitschüler im Artikel, und ließ José und mich aus. José und ich sprachen darüber und meinten, er wäre bestimmt überrascht, dass es uns noch gibt – und wir riefen ihn an.

P.H.: Ihr bemerktet das Fehlen Eurer Namen im Artikel, den er über seine ehemaligen Klassenkameraden schrieb, und ihr hattet das Gefühl, er erinnerte sich nicht mehr an Euch.

R.B.: Also riefen wir ihn an, und sobald ich sagte hier sei Reme, sagte er: “Oh-oh, weißt Du, ich konnte mich nicht mehr an Deinen Namen erinnern. Darum habe ich ihn nicht erwähnt”. Er entschuldigte sich dafür. Wir kamen ins Plaudern, er war im Ruhestand und arbeite noch für die Zeitung. Wir tauschten uns ein wenig über die Projekte aus, an denen er gerade arbeitete. Er rief mich öfter an um mich nach meiner Meinung zu fragen. Bei jeder Gelegenheit wollte er wissen, was ich sonst noch so täte. “Du bist im Ruhestand! Du musst doch irgendetwas tun!” Ich sagte: “Nun, ich betreibe Ahnenforschung” – “Und was machst Du sonst noch?” – “Oh, ich versuche mich in Ermittlungen über das Objekt, das wir auf der Padilla Ranch entdeckten als wir Kinder waren” – Er antwortete, dass er nicht mit dem UFO-Thema vertraut sei. Einige Wochen später rief er mich an und teilte mir mit, dass er diese Geschichte gerne machen würde. Und so begann alles.

P.H.: Okay, das war also im Jahr 2002. Wann hat Moffett die Geschichte geschrieben?

R.B.: Im Jahr 2003, glaube ich.

P.H.: Denn weißt Du, ich habe die Geschichte in Italien gelesen. Ich war völlig außer mir und konnte nicht verstehen, warum da niemand weiter nachgeforscht hat.

R.B.: Es war so, wie ich es beschrieben habe, ich konnte mich an den Ort nicht mehr erinnern. Ich hatte einen grünen Pick-Up, von dem ich wusste, dass wir darin gereist sind, und ich wusste nicht mehr genau den Ort, also fuhr ich nach New Mexico.

P.H.: Aber er bestätigte Dir, was er wusste, obwohl er nicht darüber sprach.

–––––

Telefongespräch mit José Padilla:

P.H.: Hallo José! Ich habe gehört Du würdest gerne einmal mit Reme eine Grabung unternehmen? Und Ihr wollt es bald tun, weil Wasser den Boden erodiert. Da könnten noch Teile sein, und vielleicht laufen da überall Menschen herum.

J.P.: Dort geborene und aufgewachsene, aber auch Außenseiter.

P.H.: Oh, sie sind dort geboren und aufgewachsen?

J.P.: Einige schon, andere nicht…

P.H.: Ach nein, ich bin mir sicher, dass Du weißt was passiert ist, aber Du glaubst, es sind keine Touristen, richtig? Es sind lediglich Neugierige?

J.P.: Neugierige und Jäger, viele Gewehrschützen machen ihre Schießübungen dort.

P.H.: Das wird aber kein Spaß werden…

J.P.: Das sind bloß Zielübungen; sie errichten Zielscheiben, wie Flaschen oder Dosen. Ich kann mir vorstellen, dass Stadtmenschen ihre Probleme haben, so etwas zu verstehen.

P.H.: Ich weiß, aber sie machen keine Zielübungen auf diese Sachen, oder?

J.P.: Nein, nein…

P.H.: Das weiß ich doch…

J.P.: Ja.

P.H.: Haben einige der Leute Dich aufgesucht?

J.P.: Nein, sie machten wohl bloß ihre Zielübungen, aber es ist ein großes Gelände.

P.H.: Du warst derjenige, der letztlich die Brechstange oder was auch immer nahm, und dieses Teil herausbrach, nicht wahr?

J.P.: Richtig, Ich bin derjenige, der die ‘Cheater Bar‘ benutzte um das Stück aus der Kontrolltafel herauszubrechen.

P.H.: Und Du sahst die Kontrolltafel, auf der es drauf war.

J.P.: Ja.

P.H.: Ja, es ist hier irgendwo.

J.P.: Du kannst es sehen, es ist komplett, die Teile sind da jetzt irgendwo…

P.H.: Das wären aber 62 Jahre später. Du weißt, dass das eine lange Zeit ist.

J.P.: Auf das Stück wurde aufgepasst.

P.H.: Gut. Und war da etwas von diesem seltsamen Metall, das Reme in die Spalte geworfen hat?

J.P.: Nein, Reme hat das behalten.

P.H.: Okay.

J.P.: Es war sein ‘Tesoro‘, sein Schatz.

P.H.: Ist davon also noch irgendetwas dort zu finden?

J.P.: Ich glaube nicht.

P.H.: Nun, kann ich Dich kurz fragen, ob Du Dich daran erinnerst wie diese Wesen aussahen?

J.P.: Nun, wir waren damals kleine Jungs. Ich war damals etwa einen Meter groß. Sie waren ein bisschen kleiner als ich, leicht grau.

P.H.: Erinnerst Du Dich ob sie Dich direkt angeschaut haben?

J.P.: Ich weiß nicht, ob sie direkt geschaut haben, ich weiß nur noch, dass sie vor- und zurückliefen, kreischend.

P.H.: Nun, das ist ein gutes Wort, denn Reme sagte etwas, dass sie vor Schmerz zu schreien schienen.

J.P.: Ich glaube, sie waren verletzt.

P.H.: Okay.

J.P.: Denn ich wollte dahingehen und helfen.

P.H.: Du warst neun Jahre alt, richtig?

J.P.: Richtig.

P.H.: Aber Du hattest drei Tage Zeit dort wieder hinzugehen,

J.P.: Wir hatten zwei Tage, okay.

P.H.: Oh, zwei Tage.

J.P.: Und wir hatten die ganze Woche als sie das Gelände säuberten.

P.H.: Ihr hattet die ganze Woche?

J.P.: Wir brachten gewöhnlich unsere Pferde zu der Schlucht.

P.H.: Haben sie Euch gesehen? Sie haben Euch nicht gesehen, oder?

J.P.: Wir waren ziemlich gewieft. Ich kenne meine Heimat.

P.H.: Ihr wart ziemlich gewieft. Und Ihr saht auch Soldaten Dinge in den Graben werfen?

J.P.: Ja, was immer sie nicht mitnehmen wollten, ich denke, es waren einfach zu viele Teile.

P.H.: Nun, wenn Du ein gutes Gefühl dabei hast, macht weiter mit der Sache. Weißt Du, es ist Deine und Remes Geschichte, meine Aufgabe ist es lediglich das Interview zu führen. Ich mache das Interview und helfe dabei, die Geschichte zu veröffentlichen, okay? Gut. Ich versuche mein Bestes um alles von dem, was Du sagst, Wort für Wort aufzuzeichnen, und auch von dem, was Reme sagt, und ich werde es transkribieren. Ich bin Dir sehr dankbar, dass Du bereit bist, das zu unterstützen.

J.P.: Ich bin froh, wenn ich helfen kann.

P.H.: Ich weiß. Ich bin sehr froh, dass ich diese Arbeit machen kann und danke Euch, dass ihr mir vertraut. Ihr könnt mir vertrauen, denn meine Aufgabe ist es, das für die Zukunft aufzuzeichnen und zu archivieren. Das will ich auch tun.

J.P.: Kein Problem.

P.H.: Kein Problem, oh, das ist einfach.

J.P.: Es geht nicht um die Schießübungen, aber der Boden muss warm sein. Ich bin mir sicher, dass die Teile nach dieser ganzen Zeit immer noch dort sind.

P.H.: Nun, das werden wir dann in naher Zukunft sehen. Für heute bedanke ich mich bei Dir, dass Du den Absturz von 1945 in San Antonio verifiziert hast.

–––––

Übersetzung von: Astra Lux

Zur Autorin:

Paola Leopizzi Harris ist eine italo-amerikanische Enthüllungsjournalistin, und beschäftigt sich seit 1979 intensiv mit dem UFO-Phänomen. Zwischen 1980 und 1986 unterstützte sie Dr. J. Allen Hynek in seinen Untersuchungen und interviewte viele hochrangige Militärs hinsichtlich ihrer Beteiligung am Wahrheitsembargo der US-Regierung. Unter anderem war sie maßgeblich an der Vorbereitung zur Pressekonferenz des ‘Disclosure Projects‘ vom 9. Mai 2001 beteiligt.

Paola Harris lehrte Geschichte und Fotojournalismus in Rom und Colorado und gibt Online-Kurse im Rahmen von Dr. Michael Sallas ‘Exopolitics Institute‘.

Sie veröffentlichte u.a. die Bücher ‘Exopolitics: How Does One Speak to a Ball of Light?’ (2007), ‘Connecting the Dots: Making Sense of the UFO Phenomenon’ (2008), ‘Exopolitics: All the Above’ (2009) und ‘Exopolitics: Stargate to a New Reality’ (2011)

Zu dem beschriebenen Vorfall ist im Juni 2011 das Buch ‘Born on the Edge of Ground Zero: Living in the Shadow of Area 51‘ von dem Augenzeugen Remigio Baca im Verlag Independent Publisher Services erschienen. Das Buch ist zurzeit nur auf Englisch erhältlich.

Quellen:

Weitere Informationen:

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