Sind UFOs bloß ein Phänomen der Moderne?

Beschäftigt man sich mit historischen Aufzeichnung, so muss die Antwort klar “Nein” lauten. So fanden zwei der bekanntesten UFO-Sichtungen der frühen europäischen Neuzeit in Nürnberg und Basel statt. In den frühen Morgenstunden des 14. April 1561 wurden viele Menschen aus Nürnberg Zeugen einer mysteriösen Himmelserscheinung. Eine “zweite Sonne“ geht auf und versetzt die Menschen in Angst und Schrecken.

von Jessica Papenfuß

In einem antiken Flugblatt, welches sich in der Zentralbibliothek Zürich befindet, wird von blutroten, schwarzen und bläulichen Kugeln berichtet, die sich über den Horizont bewegten. Weiterhin berichtet das Flugblatt über Ringscheiben, die sich in großer Anzahl in der Nähe der Sonne befanden. Etwa vier von Ihnen schienen eine Formation zu bilden und wieder andere standen einzeln versetzt am Himmel. Zwischen den Kugeln beobachteten Zeugen etliche blutrote Kreuze. Zwei große röhrenförmige Objekte, die man heute wohl als zigarrenförmige Raumschiffe beschreiben würde, beinhalteten dem Flugblatt zu Folge drei, vier und mehr Kugeln. Unter den am Himmel schwebenden Kugeln befand sich zudem ein längliches Gebilde, welches große Ähnlichkeit mit einem schwarzen Speer aufwies. Weiter wird beschrieben, dass die Objekte einen etwa einstündigen Luftkampf austrugen, brennend vom Himmel fielen und beim Aufprall auf der Erde verdampften.

Das Flugblatt zeigt einen Holzschnitt, der 1561 in Nürnberg nach der Beobachtung angefertigt wurde. Die Illustration stammt von dem Künstler Hanns Glaser, der vermutlich von 1540 bis 1571 in Süddeutschland tätig war. Johann Jakob Wick (1522 – 1588) war von 1552 bis 1588 Pfarrer an der Predigerkirche in Zürich und legte aus weiteren ähnlichen Flugblättern, Berichten von Freunden und Zeitungsnachrichten ein reichhaltiges und chronologisch sortiertes Archiv über Mysterien des 16. Jahrhunderts an. Somit bewahrte er unerklärliche Ereignisse aus der Vergangenheit. Die “Wickiana“, so werden die 24 Foliobände genannt, gehören zu den bedeutendsten Einblattdrucken und Nachrichtensammlungen aus dem 16. Jahrhundert. Nachdem Wick 1588 verstorben war, gelangte die Sammlung in die Stiftsbibliothek des Großmünsters. Seit 1836 befindet sie sich in der Stadtbibliothek in Zürich.

Ein ähnliches Himmelsphänomen spielte sich 1566 in Basel ab. Der Buchdrucker Samuel Coccius berichtet in einem Holzschnitt von großen schwarzen Kugeln, die mit rasanter Geschwindigkeit über den Himmel schwebten. Sie flogen Kurven und stießen teilweise gegeneinander. Laut Bericht fingen die Kugeln an rot zu glühen und erloschen schließlich.

Menschen beobachteten und berichteten von je her von Himmelphänomenen, die wir heute als UFOs bezeichnen würden.  Zu den ältesten überlieferten Himmelsphänomenen gehört die Sichtung von Pharao Thutmosis (um 1486 v. Chr – 1425 v. Chr.). Mehrere Tage wird er Zeuge von “Feuerkreisen am Himmel“, die sich über den Horizont erstreckten. Iulius Obsequens berichtet in römischer Zeit in seinem Buch “Prodigorium Liber“ (dt. Buch der Vorzeichen) ebenso von seltsamen Sichtungen. Darunter finden sich fliegende “Dinge wie Schiffe” sowie “runde Schilde” am Himmel. Weiter berichtet das Buch über einen “goldenen Globus aus Feuer”. Dieser soll vom Himmel gefallen, dann wieder aufgestiegen und fliegend verschwunden sein.

Dies sind nur einige Beispiele von antiken UFO-Sichtungen die eindrücklich belegen, dass UFOs keine rein neuzeitliche Erscheinung und somit auch keineswegs ein rein modernes Phänomen darstellen.

Quellen:

 

 

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