Was Sterbende am meisten bereuen

Worum geht’s wirklich im Leben? Schwer zu sagen: Während uns Religionen Gebote auferlegen, die uns zu glücklichen Menschen machen sollen, werden wir in Massenmedien mit Werbebotschaften bombardiert, die neben Glück auch noch Sex, Geld, eine starke Blase oder sonstwas versprechen. Aus einer ganz anderen Richtung bewegt sich eine australische Autorin auf diese Frage zu.

Für ihr Buch “The Top Five Regrets of the Dying” (Die 5 größten Bedauern der Sterbenden) sprach Bronnie Ware mit sterbenden Menschen. Als Palliativpflegerin – also: Sterbebegleiterin – hatte sie hierfür umfassend Gelegenheit. Wohl deshalb ist aus dem Buch ein wahrer Augenöffner geworden. Denn Sterbende haben ihr Leben quasi hinter sich, befassen sich in den letzten Wochen und Tagen ihrer dreidimensionalen Existenz intensiv und ehrlich mit dem, was sie im Diesseits hinterlassen. Eine gute Chance also, Weisheiten ohne religiösen oder kommerziellen Hintergrund zu erfahren.

Fünf Dinge, die Sterbende am meisten bereuen:

Platz 1: “Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mein eigenes Leben zu leben”

Platz 2: “Ich wünschte, ich hätte weniger gearbeitet”

Platz 3: “Ich hätte meine Gefühle besser ausdrücken sollen”

Platz 4: “Ich wünschte, ich hätte mich mehr um meine Freunde gekümmert”

Platz 5: “Ich wünschte, ich hätte mir mehr Freude gegönnt”

Wissenschaftler mögen jetzt einwenden, dass die Gruppe der Versuchsprobanden nicht heterogen genug war, um allgemeingültige Aussagen über das Glück im Leben treffen zu können. Schließlich, so könnte man an Wares Studie kritisieren, liegen keine gesicherten Erkenntnisse darüber vor, wie viele Häuser, Autos und Pferdepflegerinnen jeder von Ware Sterbebegleitete besessen hat. Und überhaupt sollten solche Studien nur mit Augenbinden durchgeführt werden – im Doppelblindversuch.

Indes vermag ich mich des Eindrucks nicht verwehren, dass die australische Krankenschwester den Nagel auf den Kopf getroffen hat. Ob ihr Buch ein Augenöffner für viele Menschen wird, bleibt abzuwarten. Denn oftmals sind es gerade die Älteren, die den Jüngeren einschärfen, worum es im Leben angeblich gehen soll: Um eine gesicherte Arbeit. Um Erfolg. Um Geld. Um einen schwarz-weiß gescheckten Hund, der faul in der Einfahrt herumliegt, wenn Herrchen von der Arbeit kommt.

Und nur um das!! Verstanden??!

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