Belauscht das US-Militär einen habitablen Planeten?

Wie jetzt bekannt wurde beteiligt sich die amerikanische Luftwaffe seit kurzem an der radioteleskopgestützten Suche nach außerirdischem Leben (SETI). Suchen sie dabei wirklich nur nach Weltraumschrott? Oder stellen Exoplaneten wie Kepler 22-b, dessen Entdeckung erst vor wenigen Tagen von der NASA bekanntgegeben wurde, interessantere Ziele für den Lauschangriff dar?

Von Tobias Berg

Nur wenige Tage alt ist die Meldung der amerikanische Raumfahrtagentur NASA über das Auffinden des ersten Planeten außerhalb unseres Sonnensystems der sich genau innerhalb der sogenannten habitablen Zone befindet. Kepler 22-b befindet sich ca. 600 Lichtjahre von uns entfernt, hat den 2,4 fachen Radius der Erde und soll über gemäßigte Temperaturen von etwa 22 Grad Celsius verfügen. Ein idealer Kandidat also um flüssiges Wasser und damit Leben wie wir es kennen zu ermöglichen.

Fast zeitgleich mit der Meldung der NASA erfolgte die Erklärung des SETI-Instituts man werde die Suche nach außerirdischen Radiosignalen fortsetzen können. Das Institut hatte nach dem Ausstieg der University of California mit großen Finanzierungsschwierigkeiten zu kämpfen. Die Suche nach neuen Investoren war jedoch schnell von Erfolg gekrönt. Das Weltraumkommando der amerikanischen Luftwaffe (Air Force Space Command) beteiligt sich von nun an am SETI-Projekt. Als Begründung gibt das Air Force Space Command die militärische Überwachung des Alls, vor allem aber des Weltraumschrotts sowie ausländischer Satelliten an.

Wie Spiegel Online berichtet, sieht der SETI-Astronom Seth Shostak keinen Interessenkonflikt zwischen der wissenschaftlichen Suche nach außerirdischen Signalen und dem Sponsoring des US-Militärs: “Für uns ist das so, als hätte man in seinem Haus ein zusätzliches Schlafzimmer, welches man dann vermieten kann um die Raten für das Haus abzuzahlen” vergleicht Shostak die Kooperation zwischen Air Force und SETI.

Heiner Klinkrad von der europäischen Weltraumorganisation ESA gibt jedoch zu bedenken, dass die Ortung von Weltraumschrott ohne ein aktives Radar in unmittelbarer Nähe des Radioteleskops nur wenig Sinn macht. Hinweise auf ein solches Radar gibt es bislang nicht.

Ob das zeitliche Zusammenfallen der Entdeckung der ersten erdähnlichen Exoplanten mit dem Interesse des Militärs an den Radioteleskopen der SETI-Initiative nun reiner Zufall ist, oder ob dabei anders gelagerte Interessen eine Rolle spielen kann wohl vorerst nicht abschließend beantwortet werden.

 

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