Reaktionen auf die Stellungnahme des Weißen Hauses zur ‚Disclosure-Petition‘

In den Mainstream Medien wurde die offizielle Stellungnahme der Obama-Administration mit großem Interesse aufgegriffen. Darin führt Phil Larson, Mitarbeiter der Abteilung für Wissenschaft und Technik aus, der Regierung lägen weder Beweise für Leben außerhalb dieses Planeten noch Informationen darüber vor, dass eine „außerirdische Präsenz“ mit der Menschheit Kontakt aufgenommen hätte. Außerdem, so Larson weiter, lägen keine glaubhaften Informationen darüber vor, dass Beweise vor der Öffentlichkeit versteckt würden.

Von Tobias Berg

Mit wenigen Ausnahmen, wie beispielsweise einer Kurzmeldung in der Süddeutschen Zeitung, in der weitestgehend wertungsfrei über die Ereignisse berichtet wurde, war der Ton in anderen Printmedien eher verächtlicher Natur und zeichnete sich in erster Linie durch mangelnde Kenntnis der UFO-Thematik aus.

Inzwischen liegen einige Stellungnahmen von Experten auf diesem Gebiet vor. Marius Kettmann, der zweite Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für UFO-Forschung (DEGUFO), sah die Petition von Anfang an kritisch, da der Ersteller der Petition, Stephen Bassett, das Thema UFOs explizit mit Außerirdischen verknüpfte und so der US-Regierung die Möglichkeit einräumte, ausweichend zu antworten.

Der Atomphysiker und UFO-Forscher Stanton Friedman bezweifelt in einer Stellungnahme auf seiner Webseite, dass das Weiße Haus sich auch nur ansatzweise ernsthaft mit dem Inhalt der Petition auseinandergesetzt hat und unterstellt den zuständigen Offiziellen absichtliche Falschdarstellung oder schlicht und ergreifend Ignoranz. Friedman selbst gehörte nicht zu den Unterzeichnern der Petition, da sie seiner Meinung nach die Nationale Sicherheit betreffe: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass man jemals technische Daten freigeben würde, wenn diese anderen Staaten von Nutzen sein könnten, die das Phänomen auch untersuchen und die Flugeigenschaften der fliegenden Untertassen nur zu gerne für militärische Zwecke nachentwickeln würden.“

Außerdem verweist Friedman auf die zahlreichen im Rahmen des ‚Freedom of Information Act‘ freigegeben CIA- und NSA-Akten zu diesem Thema, die in großen Teilen so geschwärzt sind, dass pro Seite nur noch ein Satz lesbar ist. Aus seiner Sicht ist es lächerlich zu behaupten, dass diese Art der Zensur nur dem Schutz von Quellen und Methoden dienen würde.

Friedman führt weiter aus: „Larson spricht von Beweisen. Man sollte annehmen er würde die Fälle von physischen Landespuren erwähnen, die überall auf der Welt zu finden sind, die buchstäblich in die Tausende gehen und von Forschern wie Ted Phillips untersucht wurden. Er sagt‚ es gebe keinen Kontakt mit Angehörigen der menschlichen Rasse. Vielleicht sollte er einmal das Buch ‚Captured! The Betty and Barney Hill UFO Experience ‘ (Gefangen! Die Betty und Barney Hill UFO-Erfahrung) lesen.”

Fände die Diskussion vor Gericht statt, so Friedmans Schlussbemerkung, „müsste Larson wegen Falschaussage belangt werden.“

Stephen Bassett, der Ersteller der Petition und Leiter der ‚Paradigm Research Group‘, findet die Reaktion des Weißen Hauses beschämend, wie er auf der Webseite seiner Organisation erklärt. Bassett schlägt vier mögliche Erklärungen für die Stellungnahme vor. Entweder handele es sich um eine politische Lüge, die dazu diene, die Interessen des Präsidenten im Bezug auf die nächsten Wahlen zu sichern, um eine Lüge aus Gründen der nationalen Sicherheit in der Annahme, die Bevölkerung könnte mit der Wahrheit nicht umgehen, oder die offizielle Antwort sei ein Ergebnis von Ignoranz und Inkompetenz, die im Laufe der letzten 60 Jahre zusammen getragenen Beweise zur Kenntnis zu nehmen. Als letzte, wenn auch vielleicht nicht ganz ernst gemeinte Erklärung, sieht Bassett die Möglichkeit, dass die Stellungnahme korrekt ist und die zuvor erwähnten Beweise nichts als ein 60 Jahre andauerndes, weltweites Missverständnis seien.

Des Weiteren schlägt Bassett den politischen Medien vor, sich beispielsweise mit den vielen Zitaten von hochgestellten Persönlichkeiten über UFOs zu beschäftigen oder die Datenbank der NARCAP zu konsultieren, in der Aussagen von zahlreichen Piloten gespeichert sind, die während ihrer Flüge UFOs begegneten. Außerdem empfiehlt er Journalisten, Bücher von Autoren wie Richard Dolan, Leslie Kean, Robert Hastings, Timothy Good und vielen anderen zu lesen, Dokumentationen von James Fox und Terje Toftenes anzuschauen, die Aussagen der Astronauten Gordon Cooper und Edgar Mitchell sowie die Statements der zahlreichen Regierungszeugen anzusehen, welche im Rahmen der Disclosure-Konferenz zusammengetragen wurden.

Abschließend erwähnt Bassett die ‚Rockefeller Initiative‘, die zwischen 1993 und 1996 die Clinton-Administration kontaktierte um sie davon zu überzeugen, alle Akten über UFOs und Außerirdische freizugeben und das Wahrheitsembargo zu beenden. Viele Politiker wussten von der ‚Rockefeller Initiative‘, beispielsweise Hillary Clinton, John Podesta, Webster Hubbell, Leon Panetta und viele andere, die heute in der Obama-Administration tätig sind und hohe Ämter bekleiden. Diese Personen seien noch nie von Journalisten darüber befragt worden, gibt Bassett zu bedenken: „Vielleicht ist es an der Zeit, dass sich das ändert“.

Worin liegt nun aber der Verdienst der Petition? Diese Frage wird sich wohl erst in der Zukunft abschließend klären lassen. Immerhin musste sich die amerikanische Regierung erstmals seit dem Condon Report von 1968 auf eine offizielle Position festlegen – und wird diese auch in Zukunft behaupten müssen. Ob jedoch Petitionen überhaupt ein geeignetes Mittel darstellen, um Regierungen in dieser Frage zu mehr Transparenz zu bewegen, wird sich noch zeigen.

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