Menge von Weltraumschrott erreicht Höhepunkt

Einem aktuellen Bericht der NASA zufolge hat die Menge an Weltraumschrott in der Erdumlaufbahn einen Punkt erreicht, an dem ständige Kollisionen die ohnehin schon dichte Schrottwolke noch dichter werden lässt.

In der Praxis bedeutet dies, dass die Menge des den Planeten umkreisenden Weltraumschrotts es für Raumfahrzeuge immer schwieriger machen wird die Erde zu verlassen. Im Grunde hält uns der Müll auf der Erde gefangen.

Es stellt außerdem ein ‘potenziell katastrophales Risiko’ für Astronauten, Satelliten und die Internationale Raumstation dar.

“Wir haben die Kontrolle über diesen Bereich verloren”, sagt der pensionierte NASA-Wissenschaftler Donald Kessler, der den Bericht verfasst hat.

Es gibt 22.000 Objekte im Orbit, die groß genug sind um vom Boden aus beobachtet zu werden und eine Unzahl kleinerer Objekte, die für bemannte Raumschiffe und Satelliten gefährlich werden können.

Es wird geschätzt, dass ungefähr 370.000 Teile von Weltraumschrott um die Erde kreisen; mit Geschwindigkeiten von mehr als 32.000 Kilometern pro Stunde.

In einem älteren Bericht eines wissenschaftlichen Think-Tanks des amerikanischen Verteidigungsministeriums werden mehrere Lösungen für das Einsammeln oder Entfernen des Weltraumschrotts vorgeschlagen.

Es werden riesige kosmische Harpunen, Netze, Leinen, Magnete und sogar ein gigantisches schüsselförmiges Gerät vorgeschlagen, welches die winzigen Trümmer einfangen soll.

Der neue Bericht schlägt keine derartigen Technologien vor, aber Herr Kessler sagt, dass etwas getan werden muss.

Er favorisiert die Idee einer privaten Firma, die den eigensinnigen Müll mit Satelliten einfangen will, welche mit Netzen ausgestattet sind.

Das Netz besteht aus elektromagnetischen Leinen, die den Schrott entweder an einen Punkt der Atmosphäre ziehen könnten, wo dieser dann verglüht, oder der Schrott wird in eine höhere, sichere Umlaufbahn gezogen.

Im letzten Evaluierungsbericht heißt es: “Die aufgedeckten Szenarien lassen darauf schließen, dass die Anzahl der aktuellen Weltraumtrümmer einen Höhepunkt erreicht hat.“

“Das heißt, die Menge an Müll, der derzeit in der Umlaufbahn ist, hat eine Schwelle erreicht, wo er ständig mit sich selbst kollidiert, was zu einer weiteren Steigerung des orbitalen Mülls führt.”

“Diese Erhöhung des Mülls wird zu einem entsprechend hohen Ausfall von Satelliten führen, die auch wiederum zu Müll werden, wodurch die Anzahl der Trümmer noch weiter steigt.”

Der Bericht mit dem Titel ‘Die Begrenzung von zukünftigen Kollisionsrisiken für Satelliten’ wurde vergangenen April von der NASA im Zuge ihres MMOD-Programms (Mikrometeoriten und orbitaler Schrott) in Auftrag gegeben.

Der Bericht zeigt auf, dass die gegenwärtigen US-Programme ihre Ressourcen gut ausnutzen und er stellt auch fest, dass es einen 10 Jahres-Plan zwischen 1981 und 1991 gab um das Problem zu lösen und weiter, dass es seit 1991 keine konzertierte Aktion gegeben hat.

Außerdem warnt der Bericht davor, dass die Vorschläge aufgrund der derzeitigen wirtschaftlichen Situation als zu teuer betrachtet und ins Abseits gedrängt werden könnten, da von dem Müll auch eine Bedrohung für die Zukunft ausgeht.

Seit dem Beginn der Weltraum-Ära vor 54 Jahren hat unsere Zivilisation die obere Erdatmosphäre mit Boostern und anderen Teilen, die beim Start von Raketen übrig bleiben, und alten Satelliten übersät.

Als die Wissenschaft bemerkte, dass dies ein Problem sein könnte, schlossen sie Vereinbarungen ab um neuen Weltraumschrott zu verhindern. Und diese Pläne funktionierten auch.

Diese Vereinbarungen sollen regeln, was in den Orbit geschossen wird, was wieder auf die Erde fällt und was in der Atmosphäre verglühen wird.

Aber zwei Ereignisse in den vergangenen vier Jahren – ein chinesischer Test zum Abschuss von Satelliten im Jahr 2007 und ein Zusammenstoß von zwei Satelliten im Jahr 2009 – brachten so viel neuen Schrott in den Weltraum, dass sich alles veränderte, so der Bericht.

Bei dem weithin kritisierten Test der Chinesen wurde eine Rakete auf einen alten Wettersatelliten abgeschossen, der daraufhin in 150.000 Stücke von jeweils 1 cm Größe zerbrach. 3.118 Teile konnten mittels Radar von der Erde aus verfolgt werden, so der Bericht weiter.

“Diese zwei einzelnen Ereignisse verdoppelten die Menge an Fragmenten in der Erdumlaufbahn und machten das zu Nichte, was wir in den vergangenen 25 Jahren erreicht hatten.”, sagte Kessler.

All dies zeigt uns, dass etwas getan werden muss, “was bedeutet, dass man sich nach sauberen Raum umschauen muss.”, sagte Kessler.

Quelle: dailymail.co.uk

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