Ehemaliger UFO-Projektleiter entschuldigt sich für ‘gemeine Tricks’

Während das britische National Archiv immer noch UFO-Dokumente veröffentlicht, gibt der ehemalige UFO-Projektleiter des britischen Verteidigungsministeriums (Ministry of Defense, MoD) offen zu, dass er Teil einer UFO-Politik war, die zum Ziel hatte UFO-Berichte und Zeugen lächerlich zu machen.

Großbritannien veröffentlichte 34 im Vorfeld klassifizierte Akten mit insgesamt 9.000 Dokumenten aus den Jahren 1985 – 2007. Von 1991 bis 1994 war Nick Pope offiziell für das MoD tätig.

“In den Akten wird überdeutlich, dass wir verzweifelt den Standpunkt verteidigten, dass das Thema nicht von Interesse für die Verteidigung sei.”, sagt Pope der Huffington Post. “Wir konnten nicht sagen ‘Da ist etwas in unserem Luftraum; Piloten haben sie gesehen; Sie wurden mittels Radar erfasst; manchmal haben wir Jets gestartet um sie zu verfolgen, aber wir konnten sie nicht erwischen’. Dies wäre ein Eingeständnis gewesen, dass wir die Kontrolle über unseren eigenen Luftraum verloren haben. Eine solche Position wäre unhaltbar gewesen.”

„Jedes Mal wenn wir den Bericht eines Piloten erhielten, überprüften wir die Radaraufzeichnungen. Es war ein interessanter Taschenspielertrick. Wir erzählten der Öffentlichkeit, dass uns das Alles nicht interessieren würde und alles Unsinn sei. In Wirklichkeit drehten wir uns verzweifelt im Kreis und verfolgten alles bis ins Detail.”, fügt Pope hinzu.

Eine Akte enthüllt, wie sehr es den Beamten peinlich gewesen wäre, wenn die Öffentlichkeit erfahren hätte, dass die UFO-Forschungsarbeiten wegen Geldmangel und anderer, höherer Prioritäten verhindert wurden.

Ein anderer Vorfall ereignete sich im Jahr 2007 in der Nähe der Kanalinseln. Darin war ein kleines Verkehrsflugzeug verwickelt.

„Der Pilot und einige seiner Passagiere sahen ein UFO, welches nach ihren Aussagen ungefähr eine Meile groß gewesen sein soll.“, erzählt Pope. „Mehrere andere Piloten hatten es auch gesehen, wollten den Vorfall aber nicht melden. Und hier kommt die ‘Sie kommen aus dem Gefängnis frei’-Karte für das MoD: Es stellte sich heraus, dass sich das Objekt einige hundert Meter im französischen Luftraum aufhielt. So konnten sie sagen: ‘Nun, es ist im französischen Luftraum passiert, es ist also nicht unser Problem’. Natürlich war das eine unerhörte Aufhebung unserer Verantwortung.”

Eine Akte aus dem Jahr 1993 (zur Zeit, als Pope UFO-Projektleiter war) beschreibt, wie europäische Gelder wegen eines Berichts, der die Theorie beinhaltete, dass Außerirdische eine Basis im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter errichtet hätten, verschwendet wurden.

Es stellt sich heraus, dass Pope in diesem Fall verwickelt sein könnte.

“Ich bin in diesem Fall ein bisschen mitverantwortlich und bedauere sehr, dass ich bei diesem Spiel mitgemacht habe. Um unsere Taktik des Herunterspielens des UFO-Phänomens wirklich umsetzen zu können, mussten wir Meinungsmache und gemeine Tricks einsetzen.“

“Wir benutzten Begriffe wie ‘UFO-Fans’ oder ‘UFO-Aufklärer’. Begriffe, die eben aussagen, dass diese Leute Spinner sind. Wir unterstellten, dass dies ein kurioses Hobby sei und im genauen Gegensatz zu einer ernsthaften Forschung stehe.“

Pope sagt, dass diese Art der verhöhnenden Politik sogar noch einen Schritt weiter ging.

„Ein anderer Trick war, absichtlich Ausdrücke zu verwenden wie ‚kleine grüne Männchen‘. Wir versuchten zwei Dinge zu tun: Erstens versuchten wir jede Mediengeschichte über das Thema UFOs im Keim zu ersticken. Zweitens versuchten wir, wenn es eine Mediengeschichte über das Thema gab, diese so ins Lächerliche zu ziehen, dass die Menschen, die sich für das Thema interessierten, ebenfalls lächerlich erscheinen würden.“

Pope gibt weiter zu, dass er derjenige gewesen sein könnte, der die MoD-Anweisungen zur Verunglimpfungs-Politik verfasst hat.

“Falls dies meine Worte waren, dann tut es mir sehr leid und ich bedauere es. Ich glaube an eine offene Regierung und an die Informationsfreiheit. Ich glaube, dass das UFO-Phänomen wichtige Verteidigungs- und nationale Sicherheitsangelegenheiten, sowie Angelegenheiten in Bezug auf die Luftsicherheit betrifft. Wenn ich dazu beigetragen habe, dass jegliche Initiative in diese Richtung verhindert wurde, dann bedauere ich dies zutiefst.“

Es war offensichtlich in manchen Fällen leichter, die Zeugen unglaubwürdig aussehen zu lassen, als in anderen Fällen. Wie zum Beispiel beim Vorfall vom 02. Juni 2003 während der Musiktage in Glasbury.

„Es war sehr leicht einen Vorfall zu finden, der bei einer Veranstaltung wie z.B. einem Rock-Konzert stattfand“, merkt Pope an. „Du brauchst noch nicht einmal die Sichtweise der Medien und Öffentlichkeit um behaupten zu können, dass Drogen und Alkohol eine Rolle dabei gespielt haben. Damit konnten wir das Thema UFO noch stärker in Verruf bringen.“

Trotz der tausenden von Dokumentenseiten, die bisher veröffentlicht wurden, sagt Pope, dass es noch keinen dokumentierten Beweis gibt, der bestätigt, dass wir von Außerirdischen besucht wurden.

„Bisher noch nicht. Es gibt keinen unwiderlegbaren Beweis, dass Raumschiffe in irgendwelchen Hallen stehen. Jedoch gibt es eine große Anzahl von Sichtungen, die meiner Meinung nach aufzeigen, dass wir uns mit mehr beschäftigen, als nur mit Flugzeuglichtern und Wetterballons.“

Quelle: huffingtonpost.com

Übersetzung: Sven Luckhardt

Ein Gedanke zu “Ehemaliger UFO-Projektleiter entschuldigt sich für ‘gemeine Tricks’

  1. Pingback: Nachgeblättert: Britischer Admiral war unermüdlicher UFO-Verfechter | blog.exopolitik.org

Hinterlasse eine Antwort